Auf NetflixSerie "Maid": Ein Kampf mit vielen Rückschlägen

Ein intensives Drama über die Flucht aus einer toxischen Beziehung.

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Margaret Qualley als Alex in "Maid"
Margaret Qualley als Alex in "Maid" © RICARDO HUBBS/NETFLIX (RICARDO HUBBS/NETFLIX)
 

"Sie brauchen sieben Anläufe", sagt die Leiterin des Frauenhauses und meint damit die dramatische Spirale, die sich immer gleich dreht: Den Mut aufzubringen, wegzugehen, zu scheitern und wieder zurückzukehren – in die Beziehungshölle. Sieben Anläufe, um endlich den Absprung zu schaffen. Mit dieser dramatischen Aussicht lebt also Alex (Margaret Qualley) mit ihrer Tochter Maddy im Frauenhaus. Wie es so weit kommen konnte, wird ihr erst nach und nach klar: Die nächtliche Flucht aus dem Trailer, wo ihr Freund nur Stunden zuvor wieder einmal ausgetickt ist und mit der Faust neben sie in die Wand gedroschen hat. Danach türmt sie. Die Behörden sind wenig hilfreich, denn auch Hilfe braucht diverse Vorbedingungen, einen Job etwa. Ob sie denn misshandelt wurde, fragt die resolute Sozialarbeiterin. "Nein, nicht wirklich", antwortet Alex. "Wie sieht denn eine nicht wirkliche Misshandlung aus?", kontert die Beamtin. Die, im Gegensatz zu Alex, längst weiß, wie perfide, unterschwellige und schleichend Machtmissbrauch in Beziehungen funktionieren kann.

Das ist der Ausgangspunkt von "Maid", basierend auf einer höchst erfolgreichen Romanvorlage. Das ist auch der Serie zu wünschen, die mit großer Intensität und Glaubwürdigkeit den Kampf gegen diese Dämonen zeigt, die sich hier auftun: Der unbedingte Wunsch, es möge doch alles wieder so sein wie vorher, der Verlust des Umfeldes, Angst, Hoffnungslosigkeit und auch Wut. Doch die zehnteilige Serie setzt diesen Abgründen Witz, Freude, stille und leise Momente entgegen. Vor allem den Hauptcharakteren wird Zeit zur Entwicklung gegeben: Hauptdarstellerin Margaret Qualley überzeugt als kämpferische Alex, die sich durch das Jammertal kämpft. Großartig ihre Serienmutter, die auch ihre echte Mutter ist: Andie MacDowell, die mit sich und ihren psychischen Störungen beschäftigt ist. Oder Nick Robinson, der den "netten-Typ-von-nebenan" gibt, der als leidender, beteuernder Freund, doch bitte einen Neuanfang verdient hat. Sieben Anläufe, eh schon wissen.

Die zehnteilige Serie "Maid" ist auf Netflix zu sehen.

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