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Live-ÜbertragungMarcel Hirscher oder: Der ORF setzt auf Quote

Für Marcel Hirscher verschiebt der ORF auf den Auftakt der ersten Duelle zur Nationalratswahl.

++ ARCHIVBILD ++ SKI ALPIN: MARCEL HIRSCHER (AUT)
Für Marcel Hirscher verschiebt der ORF den Auftakt der "Wahl-Duelle" © APA/HANS KLAUS TECHT
 

Die Politik hat uns fest im Griff - ob mit Plakaten, Gesprächen oder vor allem auch dann, wenn wir das TV-Kastl aufdrehen. Der ORF investiert jede Menge Zeit in die nahende Nationalratswahl, sei es mit der ersten Elefantenrunde am heutigen Dienstag (18.30 Uhr, ORF III), sei es mit dem ebenfalls heute  startenden "Wahlometer" (ORF 1, 20.15 Uhr). 

Und dann gibt es noch die Zweier-Duelle. Deren erste Ausgabe muss am morgigen Mittwoch allerdings für einen ganz Großen nach hinten rücken: Um 20.15 Uhr widmet sich der ORF nicht der künftigen Wahl, sondern dem Abschied von Marcel Hirscher. Der wollte bekanntlich schon im August über seine Zukunft sprechen, hat es sich dann anders überlegt. Morgen Abend wird er wohl live seinen Rücktritt bekannt geben. Die Geburt seines Sohnes habe ihm gezeigt, „dass Blau und Rot nicht das Wichtigste ist“, hatte Hirscher bei einem nicht lange zurückliegenden Medientermin gesagt. Er hat damit aber nicht die Farben von FPÖ und SPÖ gemeint, sondern jene der Slalom-Torstangen. 

Die politische Talkrunde wird daher auf 21.05 Uhr zurückverschoben, denn eines kann man prognostizieren, ohne dafür einen Blick in die Kristallkugel werfen zu müssen: Die Quote wird sehr gut sein. Und das ist am Küniglberg ein wichtiger, wenn nicht der wichtigste Gradmesser.

Man kann sich jetzt darüber wundern, dass die medienwirksame, plakative Inszenierung eines Rücktritts dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk eine Verschiebung seines sicher gut überlegten Programms wert ist. Man kann es goutieren, immerhin handelt es sich um den erfolgreichsten heimischen Wintersportler aller Zeiten, einen achtfachen Gesamtweltcupsieger, der Vorbild für Generationen ist und wohl weiter sein wird. 

Und man kann es ganz pragmatisch sehen: Jene, die den Polittalk nicht anschauen wollten, hätten auch um 20.15 Uhr nicht eingeschalten. Im Gegenzug ist politisch interessierten Menschen auch der spätere Termin zumutbar. Und dann gibt es vielleicht noch jene, die gerne Marcel Hirscher schauen - und dann einfach bei der Politik picken bleiben. Gut möglich, dass der ORF auch mit diesen Zusehern ein bisschen kokettiert. Und wahrscheinlich wollte man das Feld auch nicht Servus TV überlassen - der Sender meldet sich ebenfalls live um 20.15 Uhr von der Pressekonferenz.

 

Kommentare (3)

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Bumsdi
8
5
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Eine Zumutung!

Was hat das mit öffentlich-rechtlichem Fernsehen zu tun? Wer braucht so eine Pressekonferenz, in der sich irgendein Schifahrer selbst darstellen darf. Warum muss ich sowas mitfinanzieren?

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plolin
12
10
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So ein Affentheater

Hoffentlich ist dieser Zirkus bald vorbei.
Ja, er ist ein hervorragender Skifahrer, aber dieses Tamtam, was hier veranstaltet wird, ist doch ein bisschen viel.
Nichts desto trotz wünsche ich ihm für die Zukunft alles Gute.

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tenke
3
7
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Einen einigermaßen begeisterten Ski Alpin-Zuseher interessiert das schon.

Wenn Hirscher aufhört kann es lange dauern bis dieser Nervenkitzel wieder erreicht wird. Auch wenn ihm die Zeit mit der Familie mehr als zu gönnen ist - EINFACH SCHADE.

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