Nach dem Quoten-Erfolg von „Bis in die Seele ist mir kalt“ mit durchschnittlich rund 850.000 Zuschauern bei der TV-Premiere im Jänner 2025 wurde flugs eine Fortsetzung des Kärntner Landkrimis rund um den Ossiacher See in Auftrag gegeben. „Die Kuh, die weint“ stammt einmal mehr aus der Feder von Hauptdarstellerin Pia Hierzegger und vermag den Zuschauer bis zum Schluss bei der Stange zu halten. Regisseur Andreas Prochaska versteht es perfekt, Grauslichkeiten zu vermitteln, ohne sie ganz sichtbar zu machen.
Ausgangspunkt ist ein verendeter Hund und das mysteriöse Verschwinden einer italienischen Studentin, die bei einer dreiköpfigen Kärntner Familie gewohnt hat. Jede und jeder in Sattendorf und auf den Almen scheinen mehr zu wissen, als sie preisgeben. Einmal mehr großartig: Gerhard Liebmann als verschreckter, verschrobener und verdächtiger Bauer. Ihm gehört auch die titelgebende Kuh.
Das strenge Spiel des Ermittlerinnenduos Hierzegger und Julia Fastian im Showdown wirkt etwas aufgesetzt bzw. erinnert eher an eine Leseprobe des Drehbuchs. Sonst erwartet den Zuschauer gewohnte Qualität aus der Kärntner Krimilandschaft mit trockenen Dialogen, verborgenen Abgründen, interessantem Cast – diesmal neben Clemens Berndorff u. a. Julia Looman, Agnes Hausmann und Amelie Dölzlmüller – und viel Atmosphäre der Region. Im ORF-Programm wohl Ende des Jahres zu sehen.