Es ist ein Bild, wie aus einer anderen Zeit. Als sich am 18. August 2018 die Hochzeitsgesellschaft in der südsteirischen Weinstraße zusammenfindet, um ein ausgelassenes Fest zu feiern, ist ein Mann mit von der Partie und bringt ein beeindruckendes Sicherheitsaufgebot mit zur Party: Wladimir Putin. Die Braut: Österreichs damalige Außenministerin Karin Kneissl, die auf einem Ticket der FPÖ in dieser Position war.
Der neue, sechsteilige Podcast „Kniefall - die Radikalisierung der Karin Kneissl“ setzt an diesem schönen Sommertag an. Der Kniefall sei keine irgendwie verpatzte Geste gewesen, sondern vielmehr wie die Metapher für eine Frau, die sich schon viele Jahre früher für die russischen Nachrichtendienste „interessiert“ haben soll.
Hier kann man die ersten beiden Episoden bereits hören.
„Wie genau wurde aus einer anerkannten Nahost-Expertin und späteren Spitzenrepräsentantin der Republik Österreich eine höchst aktive Propagandistin des Kreml? Diese Frage ist noch nicht ausreichend beantwortet, dabei ist sie von höchster Brisanz und Aktualität, denn Kneissls Geschichte ist spätestens mit ihrem tiefen Knicks vor Putin zu einem Symbol für Österreichs fragwürdiges Verhältnis zu Putins Russland geworden“, sagt Elisalex Henckel-Donnersmarck, freie Journalistin und bis März 2025 Chefredakteurin von DATUM, die für den Podcast verantwortlich zeichnet.
Gemeinsam mit dem freien steirischen Journalisten Paul Koren und „Datum“-Redakteur Thomas Winkelmüller recherchierte Henckel-Donnersmarck sechs Monate lang die Hintergründe, sprach mit Wegbegleitern, Mitarbeitern und Vertretern in- und ausländischer Nachrichtendienste. Neben der geschichtlichen Aufarbeitung beschreibt der Podcast auch das neue Leben Karin Kneissls in der russischen Provinz mit dem Geschäftsmodell einer „Politischen Influencerin“ ganz auf der Linie Putins. Auch die Rolle der ehemaligen österreichischen Botschafterin in Moskau und First Lady Margot Klestil-Löffler wird in dem Podcast beleuchtet.