Zuerst sind da nur Lichter. Und Worte. Aber eigentlich sind es gar keine Worte, sondern es ist Lautpoesie, die „möglichst sinnfrei“ sein soll. Willkommen bei „Klank dicht“, einem szenischen Experiment des Künstlerduos Vada.
Felix Strasser und Yulia Izmaylova arbeiten sich in 45 Minuten an den russischen Futuristen ab. Man braucht sie dafür aber weder gelesen zu haben, noch zu verstehen: Der Abend funktioniert auch als Einlassung, man muss sich auf die Kunstworte einfach nur einlassen. Man hört ein „Pi“ hier, ein „Yoko“ da. Und dann rattert Felix Strasser schon ein Kriegsgedicht, angelehnt an den italienischen Schriftsteller und Faschisten Filippo Marinetti (1876-1944) in den dunklen Kulturraum des Ventils. Diesem Kriegsgedicht des Begründers des Futurismus stellen Izmaylova und Strasser aber die russischen oder ukrainischen Pazifisten gegenüber.
Dirigenten des Pazifismus
Worte Aleksei Kruchenykhs (1886-1968), eines ukrainischen Futuristen, werden zum Beispiel auf eine Wand projiziert: „Man darf nicht Krieg und Schlägerei mit schöpferischer Arbeit vermengen.“ Es werden Buchstaben-Suppen auf Wände geleuchtet, Kugeln über den Boden gerollt und in all dieser schöpferischen Lautpoesie tummeln sich Strasser und Izmaylova als Dirigenten des Pazifismus. Scheinbare Dialoge lösen sich auf und irgendwie hat man das Gefühl, dass 45 Minuten nur ein Wimpernschlag sind. Und wer dann auf den Geschmack gekommen ist, die beiden Vadaisten stehen im Anschluss gerne für Fragen bereit.