„Es ist eine große Ehre“, strahlt Michael Douglas, als er unter Applaus die Bühne betritt. Als Ehrengast des Karlovy Vary Film Festival war er nach Tschechien gereist, um zum 50. Jubiläum die restaurierte Fassung von „Einer flog übers Kuckucksnest“ zu präsentieren, den er mit Saul Zentz produziert hatte.

„Ich fühle mich wie ein Schutzpatron der Künste,“ sagte Douglas. „Einen Film 50 Jahre später in einer komplett neuen Kopie zu zeigen, das ist einfach außergewöhnlich.“ Dem tschechischen Publikum streute er auch Rosen für den Regisseur Miloš Forman. Eine der Autoren des Drehbuchs, erzählte Douglas, habe ihn auf ihn aufmerksam gemacht, als er ihm empfahl, die Komödie „Der Feuerwehrball“ von 1967 zu schauen. „Miloš fand den Humor, ohne über die Menschen zu lachen. Sie lachen vielmehr mit ihm.“

Rosen streute ihm auch das Festival, denn Douglas wurde mit einem Preis bedacht. 1998 hatte er den großen Preis des Festivals, den Crystal Globe, gewonnen. Da ihm das alte Design in Form eines Tellers angeblich nicht gefiel, da man „einen Preis ordentlich halten können muss“, überreichte ihm ein Festivalvertreter eine kleine Version des aktuellen Designs. „Sie haben mir ein Upgrade gegeben“, zwinkerte Douglas später bei der Pressekonferenz mit Journalisten.

Dort reflektierte der 80-Jährige über seine Karriere, dankte seinem 2020 verstorbenen Vater, Schauspiel-Legende Kirk Douglas, der sich einst die Rechte an „Einer flog übers Kuckucksnest“ gesichert hatte, und ihm genug vertraute. Die fünf Oscars in den Hauptkategorien, die der Film bei der Verleihung 1976 abstaubte, schienen Douglas wie ein frühes Karrierehoch. „Ich sagte zu Miloš nach der Verleihung, ab jetzt kann es mit unserer Karriere nur mehr abwärts gehen“, erinnerte er sich schmunzelnd.

Dies war natürlich nicht der Fall. Die Schauspielerei sei wichtig gewesen, um ihn während seiner Krebserkrankung und der Chemotherapie Beständigkeit zu geben. Aber, er habe, “sehr bewusst”, wie er sagt, seit 2022 nicht mehr gedreht. „Ich habe 60 Jahre sehr hart gearbeitet, und wollte nicht einer jener Personen sein, die am Set tot umfallen“. Dennoch, als im Ruhestand würde er sich trotzdem nicht bezeichnen. „Wenn sich etwas Besonderes anbietet, komme ich gerne wieder zurück.“