Egyd Gstättner denkt querZurück in die Zukunft I

Egyd Gstättner über das Klagenfurter Hallenbad und die Frage: Wann ist ein Skandal ein Skandal?

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© ©helgebauer
 

Wer auch immer einmal meinen Vor- oder Nachlass erwerben wird, erhält neben unzähligen Briefen, Tagebüchern, Manu- und Typoskripten meiner Schreibexistenz auch Unmengen an Recherchematerial, nicht zuletzt ausgewählte Zeitungsartikel, mittlerweile von zeitgeschichtlichem Wert.
Zum Beispiel: „Das aus den 70er-Jahren stammende Klagenfurter Hallenbad ist eine Bruchbude mit schweren Baumängeln. (…) Die 15 Millionen Euro teure Generalsanierung 1991 sei ein ‚Pfusch‘ und eine ‚Fehlplanung‘ gewesen, so der Vorstand der Stadtwerke. ‚Aufgrund der Fehler bei der Betonsanierung, bei der Abdichtung und der Wahl des Materials ist der Bausubstanz eine erhöhte Aufmerksamkeit zukommen zu lassen und man hat sich der Risken bewusst zu sein‘, eine Einsturzgefahr ist nicht völlig auszuschließen . .. Eine neuerliche Sanierung für drei bis fünf Jahre wäre für Vorstand Lauer ‚ein Horror‘, auch deshalb, weil man das Bad dazu ein Jahr schließen müsste.“
Der Artikel, liebe wachsame Bürgerinnen und Bürger, stammt nicht von heuer, nicht vom letzten Jahr, sondern vom 17. November 2004 (!) , ist also, wenn ich mich nicht verrechnet habe – und ich verrechne mich selten – 17 Jahre alt (17mal !) und endet mit dem Satz: „Tatsache ist, dass das Hallenbad bis längstens 2010 (!!) neu errichtet werden muss. Länger halten Decke und Gesamtkonstruktion auf keinen Fall mehr . . .“
Es handelt sich nicht um irgendein anderes Hallenbad, sondern immer um dasselbe. Anderswo baut man in 17 Jahren ganze Stadtviertel . . . Nun – Ende August 2021 – wurde verlautet, dass die Stadt „als Hallenbad-Ersatz eine provisorische Schwimmhalle“ errichten will, was drei bis fünf Millionen Euro kosten und zwölf Monate dauern soll. Rechtliche Voraussetzungen, Finanzierung offen . . . Fünf Millionen für Tiefschlafkommunalpolitik!
Wann immer ich mit Politikern aus Stadt und Land rede (alle immer sehr, sehr freundlich), bekomme ich als erstes diese drei Sätze zu hören: 1) Mir blutet das Herz! 2) Mir sind die Hände gebunden! 3) – wenn man sie auf die Höhe ihrer Sitzungsgelder in den letzten 17 Jahren anspricht: Das muss einem die Demokratie einfach wert sein!
Hand aufs Herz, liebe wachsame Bürgerinnen und Bürger: Wie steht es um Ihr Gedächtnis? Wie lange wollen Sie sich diese Politik eigentlich noch gefallen lassen? Ab wann ist für Sie ein Skandal ein Skandal?

Kommentare (3)
leli
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Lieber egyd gstättner,

Es ist ein skandal. Und es ist zu befürchten,c dass dieser befundung nichts folgen wird, weder ein aufstand der bürger:innen noch eine entschuldigung der verantwortlichen aus der verfangenheit und gegenwart.

GordonKelz
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Hier hat der " STÄDTEBUND " kein.....

..EINSPRUCHSRECHT " ...gegen das VERSCHLEUDERN und unfähigem Vernichten von VOLKSVERMÖGEN, wenn Steuergeld durch Missachtung dem Verfall preisgegeben wird! Aber wehe, ein Bürger wie ich und andere begehrt gegen eine Gebühr die völlig unverständlich ist auf...€ 180, - für eine Totenbeschau ohne einen Finger krumm zu machen, da ist der STÄDTEBUND sofort zugegen...EINSPRUCH...eine Abschaffung nur wenn das Land die entgangenen Gebühren übernimmt...die Herren Bürgermeister haben wegen dem Covid- Loch beim LH Kaiser schon vorgesprochen....dem wird nichts übrig bleiben und beim BUND anklopfen...dann ist mit ANKLOPFEN vorbei...Wer bleibt dann noch...Ach ja, DU und ich, das Volk...bei uns wird nicht lange angeklopft an der Geldbörse, da wird hinein- gegriffen!!
Gordon

GordonKelz
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Aber € 900,- !!! von einem " Mutterl " ....

...kassieren, wenn sie ihren Mann, der sie ein Leben lang begleitet hatte, im Tod als Asche bei sich haben möchte.....
Habt ihr SIE noch ALLE....??!!!
Gordon