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Ab heute in GrazDiagonale: Austro in Pop und Film

„1000 Takte Film“: Die 20. Diagonale in Graz spürt in einem Schwerpunkt nach, wie der Austropop ins Kino kam - und umgekehrt. Heute startet das Filmfestival des österreichischen Films an der Mur.

Coole New-Wave-Blödelei aus dem Jahr 1982: „Malaria“ von Niki List © Filmarchiv Austria
 

Wir schreiben den Sommer 1976. Studenten, Künstler und Aktivisten besetzten nach den Wiener Festwochen den Auslandsschlachthof St. Marx, heute besser bekannt als Arena. Sie forderten ein alternatives Kulturzentrum. Damals rückten hierzulande Pop, Film und politische Haltung enger zusammen.

Und 2017 besetzen die jungen Vertreter des Austropop, die Band Bilderbuch nämlich, auf ihrer Tour im Mai an drei Abenden in Folge die Location.

Das Filmfestival Diagonale sucht im Schwerpunkt „1000 Takte Film“ ab Dienstag in Graz nach Einflüssen von Popkultur auf den Film - und umgekehrt. „Pop, das ist bekannt, ist immer Ausdruck seiner Zeit, ist Maskerade, Oberfläche, Tummelplatz von Ideologie und Identität. Wo die geglättete Oberfläche aber porös wird, da wird's interessant“, erklären die Intendanten Sebastian Höglinger und Peter Schernhuber. An dieser Schnittstelle setzen sie an: Wie viel Pop im Kino steckt, wird perspektivenreich betrachtet - „erstmals blickt auch die Musik auf den Film“. Eine Entdeckungsreise durch Kino- und TV-Geschichte. Eine Verortung von Wolfgang Ambros bis Wolfgang Möstl von „Mile Me Deaf“.

 

Eine Tour durch Genres und mit dem Street Cinema Graz am Donnerstagabend eine Wanderung zu Orten der Grazer Popkulturgeschichte. Zu sehen sind einige Perlen aus dem Archiv: u. a. Rudi Dolezals Doku „Ich spiele Leben“ (1984) über den James Dean von Wien, Hansi Lang. Sie entstand beim Dreh zu Dieter Berners Spielfilm „Ich oder Du“, der ebenso läuft.


Mit Ambros und Rainhard Fendrich sind zwei Austropop-Ikonen als Schauspieler vertreten - Ersterer mimt den Schüchti im Working-Class-Drama „Fehlschuss“ von Rainer Boldt (1976), das vom Filmarchiv Austria für die Diagonale komplett restauriert wurde. Kontrovers dagegen ist Fendrich in Franz Novotnys trashigem Berserkerfilm „Coconuts“ als dauerüberdrehter Schauspiellehrer zu sehen. Ein Höhepunkt ist Niki Lists „Malaria“, dessen Film aus dem Jahr 1982 vom Ankommen der bizarren New-Wave-Kultur in Wien erzählt; davon, wie Neonfarben, toupierte Haare, bunte Cocktails Beisln befallen. Er schuf eine Utopie - mit Bands wie Minisex, Karl Gott oder Gelbe Zone.

Ein Wiedersehen gibt es u. a. für Peter Ily Huemers coolen Thriller „Kiss Daddy Good Night“ (1987) im Musikvideo-Look. Die damals noch unbekannte Uma Thurman brilliert in ihrer ersten Hauptrolle.

Alle Details zum Programm: www.diagonale.at

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