David Schalko

"Es gibt keine Tabubrüche mehr"

David Schalko, Schöpfer der bitterbösen Satire "Aufschneider" mit Josef Hader in der Hauptrolle, arbeitet an einem Roman und möchte mit einem Stück von Bestsellerautor Daniel Kehlmann ins Kino.

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© ORF
 

Zu den wenigen wohltuenden Wiederholungen im sonst kaum aufregenden Sommerprogramm zählt der "Aufschneider", die bitterböse Satire mit Josef Hader als Pathologen. 810.000 Seher hatte die Premiere 2010, noch immer 600.000 der erste Aufguss im Vorjahr, und auch am Donnerstag schalteten Hunderttausende Österreicher ORF eins ein. Dort folgt am Freitag auch Teil zwei.

Wer sich seit Donnerstag wieder die Frage stellt, ob der "Aufschneider" je fortgesetzt wird, den muss Regisseur David Schalko enttäuschen: "Josef Hader und ich hatten nach Drehschluss beide das Gefühl, dass es eine auserzählte Geschichte ist." Gefreut hat den 39-Jährigen, dass der Zweiteiler bei seiner Deutschlandpremiere im Mai auf arte "sehr gut" gelaufen ist. "Ich glaube, es waren 700.000 bis 800.000 Seher", sagt Schalko.

Noch vor dem ORF-Start im Herbst ist sein jüngstes Baby "Braunschlag" schon ein Hit - zumindest auf DVD. Bislang verkaufte sie sich über 13.000 Mal. Dass die achtteilige Serie über zwei verlebte, vulgäre Spezln mit Hang zum Hochprozentigen (Robert Palfrader und Nicholas Ofczarek), die ihrem Dorf eine Marienerscheinung unterjubeln, polarisieren könnte, glaubt Schalko nicht: "Mir ist wichtig, dass eine Serie gut erzählt ist, nicht ob sie polarisiert. Aber es gab mit dem ORF nie Diskussionen, ob wir in ,Braunschlag' jetzt zu weit gehen. Außerdem hat sich das Fernsehen in den letzten Jahren so verändert, dass es keine Tabubrüche mehr gibt."

Ähnliche Humorfarbe

Im Gegensatz etwa zu Manuel Rubey (er spielt in "Braunschlag" einen Priester) glaubt der Niederösterreicher sehr wohl, dass diese urösterreichische Nabelschau breitenwirksam sein kann: "Wem der ,Aufschneider' gefallen hat, der dürfte auch ,Braunschlag' mögen. Die Humorfarbe ist sicher ähnlich."

Rubey und Kabarettkollege Thomas Stipsits arbeiten unterdessen an einer Sitcom namens "Salambo", worin das Duo ein schwules Pärchen spielt, das ein Stundenhotel betreibt. Schalkos Superfilm würde produzieren: "Die beiden schreiben das gerade, und wenn es dem ORF gefällt, machen wir es nächstes Jahr." Auch der zweifache Romy-Preisträger schreibt zurzeit wieder ein Buch: "Bis Ende des Jahres soll mein Roman fertig sein". Etwas zum Inhalt zu verraten, verbietet Schalkos Aberglauben.

Etwas mehr wird zu den Kinoplänen verraten: 2013 möchte er das mit Bestsellerautor Daniel Kehlmann zu einem Drehbuch umgeschriebene Theaterstück "Die Geister von Princeton" verfilmen.

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