Pass auf meine Katze Bud auf! Das war die harmlose Bitte von Nachbar Russ (Matt Smith), der Barkeeper Henry „Hank“ Thompson (Austin Butler) äußerst widerwillig Folge leistet. Verantwortung allerdings beginnt für ihn erst bei seiner Schicht am Bartresen in New York und endet am Morgen danach, wenn seine „Fast-aber-nicht-ganz“-Freundin Yvonne (Zoë Kravitz) sich nach einer wilden Nacht von dannen macht. Dank ihrer Begeisterung für die Aufgabe erbarmt er sich und nimmt das Fellknäuel auf.

Ein schwerwiegender Fehler. Oder auch einfach der Katalysator für eine Reihe an Ereignissen, die dem sinnlos im Leben dahintreibenden Hank eine Aufgabe geben. Autor Charlie Huston, von dem die gleichnamige Romanvorlage stammt, ist bekannt für brutale, flott erzählte Romane, in denen die Protagonisten von einer Konfrontation in die nächste tappen. US-Regisseur Darren Aronofsky hingegen hat sich nicht gerade in der Mainstream-Schiene einen Namen gemacht. Immerhin gehen visuell dicht erzählte und verstörende Werke wie „Requiem for a Dream“, „Black Swan“ oder „The Wrestler“ auf seine Kappe.

Doch gerade diese Handschrift mit den intensiv-surrealen Stilmitteln ist es, die in abgeschwächter Form den Film aus der Durchschnittsware heraushebt. Hank bekommt alsbald Besuch. Erst von einer Truppe russischer Schläger und dem Drogendealer Colorado (Benito A Martínez Ocasio), dann von den chassidischen Killern Lipa (Liev Schreiber) und Shmully (Vincent D’Onofrio) sowie von der Ermittlerin Detective Roman (Regina King). Sie alle wollen etwas, das Russ angeblich gestohlen hat, und sie sind sich sicher, dass Hank als Katzensitter mehr weiß.

Butler legt seine Figur zwischen unnahbarer Arroganz und sensibler Unsicherheit an. Sein Hank war einst ein Baseballspieler auf dem Weg in die große Liga. Ein Unfall änderte jedoch alles, warf ihn aus dem Sport und aus der Bahn. Sieht er sich mit Gewalt, Tod und niederen Interessen konfrontiert, ist das nicht unbedingt ein Ermächtigungstrip. Vielmehr mutiert das Katz-und-Maus-Spiel zu einer therapeutischen Konfrontation mit der Vergangenheit, was dankenswerterweise nicht allzu sentimental inszeniert wird.

Bewertung: ●●●●○