Ab heute reiten Michael Bully Herbig und Christian Tramitz wieder im Kino in ihren Paraderollen Abahachi und Ranger der Sonne entgegen. Gestern Abend warteten Fans in Wien stundenlang auf ihr Eintreffen im Cineplexx Millennium City in Wien-Brigittenau. Denn die Österreich-Premiere von „Das Kanu des Manitu“ ließen sich Teile des Casts nicht entgehen. Der rote Teppich, zunächst unter einer Plastikschicht, sollte glänzen. Der Begrüßungsjubel im Foyer wurde unter peinlicher Anleitung einer TV-Moderatorin und eines Radio-Moderators geübt.
Einen Tag nach der Weltpremiere in München, ritten sie dann gut gelaunt ein: Michael Bully Herbig, Christian Tramitz, Rick Kavanian und Jasmin Schwiers. Sie posierten vor den Handykameras der erstaunlich jungen Fans, vor den TV-Kameras und standen auch der Kleinen Zeitung Rede und Antwort:
Werden wir auf Teil drei weniger lang warten müssen? „Ich hab ja zu Rick und Christian gesagt: Wir sind ja nicht mehr die Jüngsten, lasst uns Teil zwei und Teil drei gleich am Stück schreiben“, scherzte Michael „Bully“ Herbig. Und? „Es hat mich abgeschreckt, denn das hätte die Drehtage gleich von 45 auf 90 Tage hochgeschraubt, da bin ich dann nervös geworden“, sagte er zur Kleinen Zeitung. Ein Drehbuch für Teil drei sei also noch nicht vorhanden. „Wir müssen ja erst etwas finden, das sich reimt.“ Tabu, so Herbig, wäre ein bisschen zu FSK 18, Rendezvous würde sich anbieten. „Das wäre dann wohl eher eine RomCom – mit Pferden“, erklärt der Entertainer. Hätte er Lust darauf? „Vielleicht fällt uns was ein!“
Weibliche Verstärkung
Die passenden neuen Frauenfiguren böten sich dafür an. Sie retten die Herrenpartie nicht nur vor Gröberem, sondern sind auch sonst essenziell für die Geschichte. „Ich war damals heilfroh, dass wir keine Fortsetzung vom ‚Schuh des Manitu‘ machen mussten, mir wäre nichts mehr eingefallen“, sagt Herbig zur Kleinen Zeitung. Aber: „Nach 20 Jahren hast du andere Themen, du gehst selber mit deinem Alter anders um. Du überlegst, was haben die Figuren erlebt, wie stehen sie zueinander?“ Und plötzlich hätten sich andere Handlungsstränge ergeben, neue Situationen ergeben. „Und plötzlich wird es interessant!“
„Natürlich machst du einen Film über Themen, die dich inspirieren. Einen Film, der eine bestimmte Zeitlosigkeit haben soll“, sagt er. Der Zeitgeist interessiere ihn nicht. Hat sich der Humor angepasst? Anpassen müssen? „Nein, wir haben ganz konsequent nur das gemacht, was wir gut finden!“, sagt er. Und: „Sobald wir drei (Tramitz, Kavanian, Herbig) über etwas lachen können, landet es im Film!“
Die Neue
Schauspielerin Jasmin Schwiers verkörpert im „Kanu des Manitu“ die Tochter von Ranger (Tramitz). „Sie mischt das „Odd Couple“ am roten Teppich auf – auch modisch, als Einzige trägt sie keine weißen Turnschuhe. „Zu diesem Projekt dazuzustoßen, war herausfordernd, weil es ein spezielles Universum ist, in das man sich einfügt. Davor hatte ich großen Respekt“; erzählt Schwiers. „Die Rolle ist so vielschichtig, klug, patent, actionreich und hatte einen großen Anteil daran, die Geschichte voranzutreiben. Es war sehr schön, dass die Frauen nicht nur Beiwerk waren. Das hat mir gefallen“, sagt die 43-Jährige.
Mit Bully zu drehen, sei schön. Warum? „Weil er für alle Leute eine Wohlfühlzone schafft – egal, ob vor oder hinter der Kamera“, plaudert sie aus. Wäre sie bei Teil drei wieder dabei? „Auf jeden Fall!“ Die Fans an diesem Mittwochabend wären wohl auch sehr dafür – für Schwiers und für eine Fortsetzung.
„Ein bisschen Altersmilde“
„Es war ganz komisch. In die Westernstadt Almería zurückzukehren, war wie ein Flashback“, erinnert sich Christian Tramitz. „Plötzlich erinnert man sich an Dinge, das hatte etwas Anrührendes, fast so wie ein Heimatgefühl.“ 24 Jahre später erscheint „Das Kanu des Manitu“ sehr versöhnlich, nostalgisch, sanft. Ist das Altersmilde? „Völlig richtig!“, sagt Tramitz und lacht kurz auf. „Uns wird gerade unterstellt, dass wir das gemacht haben, um der ‚Wokeness-Debatte‘ aus dem Weg zu gehen. Das hat gar keine Rolle gespielt“, sagt der 70-Jährige. „Wir wollten eine Geschichte erzählen, Gags produzieren, die uns gefallen.“ Der Film hätte eine andere Farbe bekommen, die man so nicht geplant hätte. „Der Film geht mehr in die Tiefe, hat weniger Brüll-Lacher – obwohl er die auch hat – und erzählt eine schöne runde Geschichte.“
Über das Genre Family-Entertainment
Überrascht ihn das junge Publikum hier in Wien? „Ich kenn es ein bisschen von ‚Hubert ohne Staller‘. Die Großeltern nehmen ihre Enkerl mit, das könnte man vielleicht als das letzte Family-Entertainment bezeichnen. Mit diesem Film haben wir die Chance, die Generationen wieder zu verbinden. Das wäre unser Traum!“
Apropos Familybusiness. Tramitz gehört ja zur Schauspiel-Dynastie der Hörbiger, seinen Cousin zweiten Grades – Schauspieler Cornelius Obonya – hat er aber erst vor Kurzem das erste Mal persönlich getroffen, ServusTV hat das festgehalten. „Ja und das war sehr lustig und rührend“, erzählt Tramitz. „Wir haben beschlossen jetzt sofort einen Film gemeinsam zu machen, wir warten auf Angebote!“ Der Großcousin zweiten Grades wurde dann auch noch bei der Premiere gesichtet – mit seiner Frau Carolin Pienkos.