So oft man „Così fan tutte“ sieht, so oft wird man Zeuge des Scheiterns. Die am schwersten zu inszenierende der sieben großen Mozart-Opern ist ein harter Test für alle, die im Theater Glaubwürdigkeit suchen. Dabei geht es in „Così“ bekanntlich nicht um die äußeren, sondern die inneren Ereignisse. Vier Menschen entdecken im Lauf der drei Stunden ihre Gefühle. Nicht die vorgestellten Gefühle, die von der Gesellschaft und ihren Konventionen bestimmt sind und den ersten Akt von „Così“ beherrschen. Etwa im „Come Scoglio“ der Fiordiligi, in der Mozart die Tiefe der Empfindung und deren Karikatur im selben Moment Realität werden ließ und eine Figur pompös eine Emotion beschwören lässt, die sozusagen aus zweiter Hand ist.