Fesch'markt-GründerinnenEcht "fesch" im Geschäft

Der Fesch’markt feiert zehnten Geburtstag: die Gründerinnen Barbara Daxböck und Katrin Hofmann über die Markt-Wirtschaft als Gegenmodell zur Stangenware.

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Barbara Daxböck und Katrin Hofmann © 
 

Fesch – im Duden: hübsch, flott, nett, freundlich. Fesch ist vieles, deswegen haben Katrin Hofmann und Barbara Daxböck ihr Veranstaltungsformat auch in diesen knackigen Namen gepackt. „Wir wollten nichts und niemanden ausschließen, ob Kleidung oder Kulinarik, ob Jung oder Alt. Hätten wir unseren ersten Fesch’markt aber durchgerechnet, hätten wir ihn nie veranstaltet“, erinnert sich Katrin Hofmann zurück.

Die 37-jährige Oberösterreicherin ist soeben in Graz angekommen, wo ab heute ein ganz besonderer Fesch’markt über die Bühne gehen wird – mit gestaffeltem Einlass und Indoor-Maskenpflicht. 2020 ist im doppelten Sinne ein besonderes Jahr. „Wir haben die Corona-Maßnahmen spielerisch verpackt.“ Denn davon lassen sich Hofmann und ihre Kollegin Barbara Daxböck (38) nicht die Laune verderben, gibt es heuer doch das zehnjährige Jubiläum zu feiern.

„Beim ersten Fesch’markt in der Ottakringer Brauerei in Wien sind wir mit 30 Ausstellern an einem Tag in einer Halle gestartet, mittlerweile kommen 230 Aussteller an drei Tagen und wir füllen das komplette Gelände.“ Bei der besten Ausgabe in Wien kamen 18.000 Besucher. In der Regel sind es aber so um die 12.000 Besucher und bis zu 8000 in Graz, die durch die kunterbunt gemischten Stände flanieren, bei denen es alles gibt, nur gewiss nichts von der Stange.
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„Damals war der Do It Yourself-Trend sehr stark im Kommen. Viele haben gesagt: Ich habe die Schnauze voll von meinem Bürojob und mache nebenbei etwas Kreatives. Diesen Selbstverwirklichungshype haben wir genau erwischt.“ So mausert sich der Fesch’markt nicht nur zum Wochenendtreff mit Einkaufsmöglichkeit, sondern wird auch zur Bühne für Erfolgsgeschichten und Brutstätte frischer Ideen.

Eine Studentin konnte beispielsweise mit handgemachten Müsliriegeln einen Deal mit der AUA einfädeln und nach dem Studienabschluss ihre Marke verkaufen. „Mir fällt auch Wanessa Wodka ein, junge Leute, die Zuhause Dinkel-Wodka gebrannt haben, sie konnten die Marke an Gölles verkaufen“, plaudert Hofmann aus dem Markt(wirtschafts)leben. „Die Aussteller haben ohne großen Marketingaufwand große Reichweite. Es kommen Händler, Presse, Endkonsumenten. Viele sind aus geschäftlichen Gründen hier, auf der Suche nach Trends.“

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Begonnen hat die Zusammenarbeit der Frauen nach einem Geschäftstermin, wo sich Hofmann, die im Weingut Stift Klosterneuburg Exportleiterin war mit Barbara Daxböck anfreundete, die für die Ottakringer Brauerei Events organisierte. 2010 stellten sie den ersten Markt in Wien auf die Beine – ein Erfolg. Bald kamen die Stationen Graz, Feldkirch, Linz hinzu.

Fesch'markt

Von 14. bis 16. August gibt es einen besonderen Fesch’markt in der Grazer Seifenfabrik: Besucher werden gestaffelt eingelassen, die Wartezeit kann man bei zahlreichen Streetfood-Ständen überbrücken. In der Halle muss ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.
feschmarkt.info

„Wir haben nach zwei Jahren Jobs und Fesch’markt gesagt: So kann es nicht weitergehen.“ Sie gehen in Bildungskarenz, machen sich auf Sponsorensuche und sehen, dass sie davon leben können. Mittlerweile haben sie zwei Mitarbeiter - Voll- und Teilzeit – und an den drei Markttagen sind im Schnitt 30 Personen im Einsatz. So wie an diesem speziellen Wochenende, wo es an kreativen Masken sicher nicht mangeln wird. Man muss ja mit der Zeit gehen – auch wenn diese speziell ist – fesch geht immer.
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