„Im Bereich der Ortskernentwicklung von Diex, der leider vom Leerstand geprägt wird, wurden Ideen ausgearbeitet, die leider bis dato aufgrund der Besitzstruktur nicht umgesetzt werden konnten“, berichtet Bürgermeister Anton Napetschnig (LFD). Nun werde der nächste Anlauf gestartet. „Wir möchten über ein Förderprojekt unsere Ortskerne von Diex und Grafenbach wieder beleben und attraktiver machen“, so Napetschnig.
„Meine Zukunftshoffnung ist es, die beiden ehemaligen Gasthäuser im Ortskern neu zu beleben. Dort könnten ein kleines Café mit Imbiss, betreutes Wohnen für ältere Menschen entstehen – damit wäre die Möglichkeit gegeben, den Lebensabend in der eigenen Heimat und im vertrauten Umfeld zu verbringen“, so Napetschnig. Ergänzend wären leistbare Wohnungen für junge Familien sowie Büroräumlichkeiten denkbar. „Im dritten Gebäude könnte wieder ein Nahversorger einziehen“, meint Napetschnig. Ideen dafür gebe es schon lange. Allerdings habe die Gemeinde diese Entwicklung nicht allein in der Hand – „es braucht auch private Initiativen und Partner, um solche Projekte umzusetzen“.
Das aktuelle Vorhaben
Was das Grundproblem bislang war? „Dass es kaum Förderungen für investive Maßnahmen gab – etwa für Sanierungen, Umbauten oder die Umfunktionierung von Gebäudeteilen, die direkt den Gebäudeeigentümerinnen und -eigentümern zugutekommen würden“, meint Napetschnig. Genau hier setze das aktuelle Vorhaben an. Die Kosten für die Konzepterstellung sollen von der Gemeinde sowie von der Förderstelle übernommen werden. Dieses Konzept gilt als zentrale Voraussetzung dafür, dass entsprechende Maßnahmen künftig überhaupt gefördert und finanziell unterstützt werden können.
Damit die Gemeinde und auch die Gebäudeeigentümer in den Genuss von Fördermitteln für investive Maßnahmen kommen, bedarf es eines „Entwicklungskonzeptes/Masterplans“, an dem auch die Diexer Gemeindebürger mitwirken sollen. „Die bisherigen Ideen von leistbarem Wohnbau, Betreutes Wohnen, Nahversorgung oder Büroflächen stehen hierbei im Vordergrund und sollen um weitere Ideen und Vorschläge ergänzt werden“, berichtet Napetschnig.
Neben der Stärkung des Ortskerns und dem Wohnbau sollen künftig auch ein Energieleitbild sowie ein umfassendes Entwicklungskonzept erarbeitet werden. Darüber hinaus will die Gemeinde die Digitalisierung vorantreiben, eine Radinfrastruktur aufbauen und Teil einer Energiegemeinschaft werden.
Diesbezüglich gab es bereits Gespräche beim Land und mit Partnergemeinden, die positiv verliefen. Anlässlich der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde der Beschluss zur Finanzierung des Entwicklungskonzeptes – das die Grundvoraussetzung für weitere Förderungen ist – gefasst. „Es ist eher selten, dass in einer Gemeindesitzung so viel Zukunftsträchtiges beschlossen wird. Nach erfolgreicher Genehmigung der Förderstelle werden die weiteren Schritte mit einem Bürgerbeteiligungsprozess eingeleitet“, berichtet Napetschnig.
Die Entwicklungsphase soll acht Monate sein. Mit Workshops und Informationsveranstaltungen sollen Bürgerinnen und Bürger aktiv eingebunden werden. Napetschnig: „Alle, die Ideen haben, sind eingeladen, sich einzubringen. Ziel ist es, die Zukunft der Gemeinde gemeinsam zu gestalten.“ Im nächsten Schritt würde dann die Einreichung der Projekte erfolgen, um entsprechende Förderungen zu beantragen und weitere finanzielle Mittel zu lukrieren.
Auch ein Klima- und Energieleitbild wird erarbeitet. „Das Leitbild soll die Ziele und Aktivitäten für die Zukunft festlegen und als Wegweiser für den Klimaschutz als auch die effiziente Nutzung der erneuerbaren Energien dienen“, so Napetschnig. Einige Punkte darin: Bekenntnis zur sparsamen Nutzung von Grund und Boden, Halten von Siedlungsrändern und Verdichtung nach innen, Neubau und Sanierung kommunaler Gebäude nach hohen energetischen und ökologischen Standards, Ziel sei es energieautark zu werden; Reduktion der Abfallmengen.
Mobilität soll ausgebaut werden
Seit Oktober 2025 bemühe sich Bürgermeister Napetschnig ebenfalls die Mobilität in seiner Gemeinde weiter auszubauen. Konkret geht es um eine bessere Erreichbarkeit von Völkermarkt und weiteren öffentlichen Verkehrsanbindungen für den täglichen Bedarf. Napetschnig: „Hierzu wurde das Konzept schon mehrmals beraten um eine gemeinsam finanzierbare Lösung zu finden, welche den Bedürfnissen unserer Gemeinde entspricht.“ Als Ergänzung zu Taktverkehren (bestehender ÖV) soll das Postbus Shuttle eine „On-Demand-Mobilität“ (Mobilität auf Abruf bieten) und so eine leistbare Alternative zum Privat-PKW dienen. Projektstart soll im August oder September sein.
Napetschnig: „Die Buchung soll rund um die Uhr per Postbus Shuttle-App, telefonisch über das ÖBB-Callcenter, das Shuttle Interface-Partnernetzwerk und die wegfinder-App möglich sein.“ In der Gemeinde Diex soll es 119 Haltepunkte geben. Für Personen mit Mobilitätseinschränkung (Behindertenausweis, Pflegestufe oder ärztliches Attest) ist über Beantragung direkt bei der Gemeinde auch eine Hausabholung möglich. Der Hauptfokus liege auf der Alltagsmobilität und einem ganzjährigen Betrieb. Keine Bedienung an Sonn- und Feiertagen.