Ein jahrhundertealtes Brauchtum wird von der Kulturinitiative Bleiburg (KiB) am Leben gehalten – das Ostersingen in der Nacht von Karsamstag auf den Ostersonntag. Seit 2019 leitet es Thomas Zdravja. Der Ausgangspunkt des Ostersingens ist jedes Jahr am Karsamstag um 24 Uhr in der Gutensteinerstraße beim vulgo Raspotnik. „Die Anzahl der Ostersänger variiert jedes Jahr, es kann jeder vorbeikommen“, erklärt Zdravja. Nachdem das Lied „Der Heiland ist erstanden“ geprobt wurde, führt eine fixe Route die Ostersängerinnen und -sänger durch die Bleiburger Innenstadt, wo sie bei jeder Station das Lied erklingen lassen und auch zu später Stunde von den Zuhörenden bereits schwer erwartet werden. Nach dem Ende des Lieds wünscht man sich „Frohe Ostern“ und die Sänger erhalten kleine Gaben. Das Ostersingen dauert bis etwa 1.30 Uhr. „Anschließend gibt es immer einen Abschluss in einem Gasthaus“, sagt Zdravja.

Die Geschichte des Ostersingens

Der Brauch wird seit etwa 1840 in Bleiburg/Pliberk praktiziert. Von 1980 bis 2018 leitete KiB-Obmann Arthur Ottowitz das Ostersingen. Er übernahm dieses Amt von Albert Zdravja, dem Großonkel von Thomas Zdravja. Der Liedtext von „Der Heiland ist erstanden“ ist weit verbreitet, die Melodie wird in dieser Form jedoch nur in Bleiburg gesungen. „In dieser Art ist mir auch kein anderes Ostersingen bekannt“, kehrt Zdravja das Alleinstellungsmerkmal dieses alten Brauchtums in Bleiburg hervor.