Unter der Leitung von Christiane Planteu-Sienčnik bietet das 12-köpfige Team der WIFF Frauen- und Familienberatungsstelle in Völkermarkt vor allem Frauen, aber auch Jugendlichen ab 14 Jahren und Familien, umfangreiche Hilfe in einer Vielzahl herausfordernder Lebens- und Krisensituationen. Dies geschieht in Form von persönlichen Beratungsgesprächen und psychologisch-therapeutischer Begleitung. „Dabei geht es aber keineswegs vorrangig um häusliche Gewalt“, stellt Planteu-Sienčnik klar. Diese ist nur „eines von 50 Themen“.

Christiane Planteu-Sienčnik (2. v. l. sitzend) und ihr Team
Christiane Planteu-Sienčnik (2. v. l. sitzend) und ihr Team © KK/Archiv WIFF Frauen- und Familienberatungsstelle

Zu Weihnachten deeskalieren

Planteu-Sienčnik vertritt einen präventiven, ganzheitlichen und niederschwelligen Ansatz. Wichtig sei ihr die Hilfesuche für Betroffene zu entstigmatisieren. „Es gibt für viele eine Hemmschwelle, sich aktiv Hilfe zu suchen“, sagt die engagierte WIFF-Leiterin. Gerade im ländlichen Bereich Unterkärntens vereinsamen Menschen und verlieren den sozialen Anschluss. Viele Probleme und Konflikte spielen sich hinter verschlossenen Türen ab – auch und gerade zu Weihnachten. In einer vorweihnachtlichen Aktion verteilte die WIFF Frauen- und Familienberatungsstelle Gewürzsäckchen mit einem Rezept für eine glückliche und respektvolle Beziehung.

Planteu-Sienčnik und ihr Team verzeichnen zwar in der Weihnachtszeit keinen eklatanten Anstieg in der Auslastung ihrer Beratungsstelle in der Stadt Völkermarkt, sie rät aber bei aufkeimenden Konflikten in der Familie oder in der Beziehung zur Deeskalation. Hierbei ist es wichtig, „sich selbst zurückzunehmen, Abstand zu schaffen und sich in Schutz zu bringen“. Man muss zuerst bei sich selbst ansetzen, erläutert Planteu-Sienčnik, denn: „Das Gegenüber zu verändern wird nicht funktionieren“.

Rezept für eine glückliche und respektvolle Beziehung der WIFF Frauen- und Familienberatungsstelle
Rezept für eine glückliche und respektvolle Beziehung der WIFF Frauen- und Familienberatungsstelle © KK/Archiv WIFF Frauen- und Familienberatungsstelle

Hilfe zur Selbsthilfe

Das WIFF-Team führt um die 400 Einzelberatungen im Monat und pro Jahr um die 3.600 Beratungsgespräche und um die 1400 Psychotherapiestunden durch. Dabei geht es in erster Linie um die psychische Gesundheit und um Themen wie Burnout, Einsamkeit, soziale Isolation, finanzielle Engpässe, Berufsfindung und Beziehungskrisen. „Natürlich sind auch Gewalterfahrungen ein Thema, schließlich erfährt eine von drei Frauen in ihrem Leben Gewalt“, erklärt Planteu-Sienčnik.

Die WIFF-Beratungs- und Therapieangebote sind immer kostenlos und auf Wunsch anonym. „Man kann sich aber auch ganz offiziell mit ärztlicher Überweisung kommen“, so Planteu-Sienčnik. Die WIFF-Leiterin betont, dass man auf der gemeinsamen Suche nach einer Lösung für persönliche Krisen in der Beratungsstelle immer mit der gleichen Betreuungsperson zu tun hat. So soll eine Vertrauensbasis geschaffen werden. Man hilft sanft, autonomiefördernd und mit Rücksicht auf den sozialen Kontext. Im Endeffekt entscheidet die oder der Betroffene den nächsten Schritt: Hilfe zur Selbsthilfe.

Beratung mit Fingerspitzengefühl

Diese Arbeit bedarf großen Fingerspitzengefühls: Welcher Ansatz ist in welcher Situation sinnvoll? Wie ist die Gefahrenlage der betroffenen Person einzuschätzen? „Wir sehen uns in der Mitverantwortung“, sagt Planteu-Sienčnik. „Die Gewalt muss gestoppt werden“. Es gilt Schutzmaßnahmen auszuarbeiten und Schutz zu gewährleisten. Dazu arbeitet die öffentlich finanzierte Einrichtung eng mit dem Gewaltschutzzentrum Kärnten zusammen. Vielen Betroffenen geht es aber in erster Linie um die persönliche und empathische Ansprache. Das schaffe psychische Entlastung und wirkt stabilisierend, so Planteu-Sienčnik.