Am Faaker See rückt dieses Wochenende eine sonst wenig beachtete Disziplin in den Mittelpunkt. Beim großen Fischerfest mit den „Stillwasser-Fliegenfisch-Masters“ steht das Fliegenfischen im Rampenlicht. Rund 3000 Gäste aus mehreren europäischen Ländern werden erwartet, wenn der Faaker See zum Mekka des Fliegenfischens wird.
Für die Region ist das mehr als ein Treffen von Spezialisten, es ist ein spürbarer Impuls für die Vorsaison, eine ruhige Zeit, in der der See noch nicht vom Sommertourismus geprägt ist.
Initiator Karl Gailer, Obmann vom „Fischerverein Forelle Faaker See“, hat die Veranstaltung zwei Jahre lang geplant. „Es war ein Traum, den ich mir erfüllt habe“, sagt er.
Gemeinsam mit der Gutsverwaltung Landskron sowie den Partnervereinen „Äsche“, „Fischerverein Gail Ost“ und dem „Sport- und Zuchtfischerverein Villach“ entstand ein Netzwerk, das Wissen, Natur und den Sport verbindet und bei Erfolg zu einem jährlichen Impulsgeber für die Region werden soll.
Auch die Freiwillige Feuerwehr Drobollach trägt ihren Teil zum Gelingen bei und übernimmt die Gastronomie bei der Veranstaltung.
Ein wesentlicher Aspekt des Fliegenfischens am Faaker See ist der konsequente Umweltschutz. Gefischt wird ausschließlich mit künstlichen Fliegen, auf Lebend- oder Totköder wird verzichtet.
Damit wird verhindert, dass Krankheiten ins Gewässer eingeschleppt werden. Die klare Wasserqualität mit Sichttiefen von aktuell bis zu sechs Metern schafft ideale Bedingungen, ebenso der natürliche Bestand an Seeforelle, Saibling und Reinanke. Gerade diese Kombination macht den See zu einem geeigneten Revier für das Stillwasser-Fliegenfischen und zu einem Ort, an dem nachhaltige Fischereipraxis unmittelbar erlebbar wird. Die Fische freut es weniger, die Touristiker dafür umso mehr.
Wirtschaft trifft Leidenschaft
Die Veranstaltung bringt Frequenz in Betriebe rund um den See. Unterkünfte, Gastronomie und Infrastruktur profitieren, noch bevor Badegäste den Sommer einläuten. Gleichzeitig zeigt sich die Qualität des Standortes. „Der Faaker See ist das ideale Stillwassergewässer für Fliegenfischen. Hier können Anfänger wie auch Profis ihr Können vertiefen und neue Techniken kennenlernen“, sagt Gailer. Hechte, Zander und Karpfen mögen die langsame Köderführung und beißen an.
Tipps gibt es von Fliegenfischer-Master aus halb Europa, die am Wochenende Rede und Antwort stehen. Der Sport gilt als ursprünglichste Form des Fischens und hat den Vorteil, dass man nicht viel dafür braucht. Eine leichte Leine, eine künstliche Fliege, kein zusätzliches Gewicht. Der Köder „tanzt“ an der Oberfläche.
„Entscheidend ist die Bewegung, das feine Gespür für den Moment“, erklärt Gailer, der seit 50 Jahren fliegenfischt und das Wissen an Jüngere weitergeben möchte.
Besonders die Jugend soll begeistert werden
Der Nachwuchs spielt am Faaker See eine zentrale Rolle. Beim Fischerfest wird gezielt darauf gesetzt, Kinder und Jugendliche früh an das Fliegenfischen heranzuführen und ihnen den Zugang möglichst niederschwellig zu eröffnen. Kostenfreie Schnupperangebote und praktische Anleitung durch erfahrene Fischer sollen zeigen, dass es weniger um Ausrüstung als um Gefühl und Technik geht. Wer die ersten Würfe beherrscht, erlebt schnell Erfolgserlebnisse und entwickelt ein Gespür für das Gewässer.
So entsteht aus einem ersten Versuch oft mehr als nur ein Hobby, nämlich eine langfristige Verbindung zur Fischerei und zur Region. „Ich hoffe, dass wir mit dem Fischerfest einen dicken Fisch an der Angel haben werden“, freut Gailer sich auf ein Wochenende ganz im Sinne der Fischerei.