In der großen Pause stehen vier Schülerinnen der 7. Klasse vor dem Villacher Peraugymnasium. Der Schrecken nach dem Attentat in ihrer Heimatstadt ist kaum verarbeitet, da hängt erneut eine schwarze Fahne vor dem Schulgebäude. Der Amoklauf aus Graz reißt alte Wunden auf. „Bei lauten Geräuschen zucke ich jetzt wieder zusammen. Ich fühle mich nicht sehr sicher, wir haben eine Glastüre zum Klassenzimmer“, sagt eine Schülerin. Ihre Stimme stockt. „Unsere Lehrer reden aber viel mit uns. Wir konnten uns in der Früh in Kleingruppen zusammensetzen und ganz frei über unsere Gedanken reden“, springt ihre Klassenkameradin ein. „Man denkt eigentlich, dass so etwas nur in Amerika passiert. Jetzt ist Österreich plötzlich in der BBC zu sehen und man kann es gar nicht glauben“, führt eine andere aus. „Es ist echt schlimm, aber die Jüngeren trifft es noch härter als uns. Man entkommt den Nachrichten einfach nicht, dafür müsste man komplett auf das Handy verzichten“, heißt es im Schulhof, kurz nach der Schweigeminute an der gestern österreichweit teilgenommen wurde.