Das Kleine Zeitung Interview mit dem Villacher Daniel Wagner, der seine Alkoholsucht und den Entzug in einem Buch verarbeitet, erfuhr große Resonanz. Das wundert nicht, denn Alkoholkonsum ist allgegenwärtig, Österreich liegt im weltweiten Spitzenfeld. Das Feierabendbier, ein Gläschen zum Anstoßen, die Weinbegleitung zum Essen: Die Liste der Gründe, mit denen wir uns das Trinken schönreden ist lang.

Die Liste mit den fatalen Auswirkungen von Alkohol ebenfalls. Laut WHO sterben in Europa täglich mehr als 2000 Menschen an den Folgen von Alkoholkonsum, die häufigste Todesursache dabei ist Krebs. Alleine in Österreich gibt es jährlich mehr als 3000 Verletzte bei Alkoholunfällen im Straßenverkehr, mehr als 20 Menschen sterben. Trotzdem gehört der Griff zum Glas weiterhin zum guten Ton und es ist nicht selten, dass in geselliger Runde eine Rechtfertigung erwartet wird, wenn man sich für ein alkoholfreies Getränk entscheidet.

Ein gesellschaftliches Problem

Die Zeit für einen gesellschaftlich gesunden Umgang mit Alkohol ist überreif, der Weg dorthin noch lang. Alkohol ist eine Droge. Sich das vor Augen zu führen und den Konsum nicht mehr zu verharmlosen, ist ein erster Schritt in eine Zukunft, in der man ohne Kater aufwacht.