"Ich habe mit dem Enzian schon lange, lange nichts mehr zu tun", das ist die Antwort des Nationalratsabgeordneten Gerald Hauser (FPÖ), wenn er auf den Artikel des "Standard", der am Mittwoch erschienen ist, angesprochen wird. Er habe mit der Sache nichts zu tun. Das Enzian ist ein Gasthaus in St. Jakob in Defereggental, das im Zuge des Ibiza-Skandals 2019 österreichweit bekannt wurde. Ermittler haben in dem "Schmuckstück", wie es Hauser nennt, Goldbarren gefunden.
Das "Freiheitliche Bildungsinstitut St. Jakob in Osttirol", eine Vorfeldorganisation der Wiener FPÖ, kaufte das Gebäude im Jahr 2011 für rund 300.000 Euro. Jetzt will man es loswerden – dem Standard liegen Unterlagen vor, wonach die Freiheitlichen für die Immobilie gerne 600.000 Euro hätten. Allerdings habe der Verein über die Jahre 600.000 Euro investiert, unter anderem wurde ein Seminarraum installiert. Und nun soll laut "Standard"-Informationen das Dach desolat sein. Ein "Schmuckstück" mit Macken, also.
Die Hauser-Strache-Connection
Das Enzian war damals, zu der Blütezeit von Heinz-Christian Strache, als Rückzugsort für die FPÖ-Granden gedacht, wenn es in der Bundeshauptstadt zu brenzlig wird. Strache war seit jeher begeisterter Defereggen-Urlauber. Der Osttiroler Abgeordnete und der damalige FPÖ-Chef waren damals "best friends", immer wieder wurden gemeinsame Fotos veröffentlicht. Hat Hauser noch Kontakt zu Strache? "Nein", sagt der Osttiroler. Er hat übrigens auch stets dementiert, in den Deal verwickelt gewesen zu sein.