Nachdem am Montag die Entnahme des Wolfs 158 MATK aus der italienischen Population vonseiten des Fachkuratoriums empfohlen wurde und die Tiroler Landesregierung am Dienstag die entsprechende Gefährdungsverordnung beschlossen hat, liegt mit heute, Freitag, der von der zuständigen Fachabteilung ausgearbeitete Bescheid vor. Darin ist festgehalten, dass ein Wolf in Jagdteilgebieten in den Gemeinden Ellbögen, Kolsassberg, Matrei am Brenner, Navis, Patsch, Rinn, Schmirn, Sistrans, Tulfes, Tux, Volders, Wattenberg, Wattens und Weerberg bis zum Ende der Almsaison am 31. Oktober 2022 von der ganzjährigen Schonzeit ausgenommen wird.

Risse in Anras, Obertilliach und Prägraten

Unabhängig davon wurden in Tirol in den letzten Tagen weitere Risse gemeldet. Am 27. Juli wurden der Behörde im Gemeindegebiet von Anras in Osttirol erneut Risse gemeldet: Zehn tote und vier verletzte Schafe wurden auf einer Alm verzeichnet, die Begutachtung der verletzten Schafe lässt hier auf einen Wolf als Verursacher schließen. Es wurden Proben für weitere Untersuchungen entnommen. Von derselben Alm wurden der Behörde darüber hinaus aktuell zwölf weitere tote und 20 vermisste Schafe gemeldet. Die amtliche Begutachtung eines toten Rindes erbrachte keine Hinweise auf die Beteiligung eines großen Beutegreifers.

30 Schafe vermisst

Proben für weiterführende Untersuchungen wurden ebenfalls bei amtlichen Rissbegutachtungen vom 27. Juli auf einer Alm im Gemeindegebiet von Obertilliach vorgenommen. Es wurden zwei tote Schafe untersucht. Weitere 30 Schafe werden vermisst. Auf der betroffenen Alm wurde bereits Mitte Juli die DNA eines Wolfes italienischer Herkunft nachgewiesen.
Wie aufgrund neuer Ergebnisse von DNA-Untersuchungen festgestellt werden konnte, wurde dieser männliche Wolf (151 MATK) auch bereits bei weiteren Rissen (27. Mai im Gemeindegebiet von Kartitsch bei einem Reh, 6. Juni im Gemeindegebiet Anras bei einem Schaf) nachgewiesen. Die Beteiligung eines großen Beutegreifers kann auch bei einem Riss im Gemeindegebiet von Prägraten vom 27. Juli nicht ausgeschlossen werden.