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Außervillgraten

Gemeindekraftwerk: Startschuss für ein Millionenprojekt

Spatenstich für Außervillgrater Gemeindekraftwerk ist erfolgt. Zehn Millionen Euro werden investiert. Inbetriebnahme soll im Sommer 2017 erfolgen. Kooperation mit Schultz möglich.

Kaiserwetter beim Spatenstich in Außervillgraten, von links: der Landtagsabgeordnete Hermann Kuenz (ÖVP), Bürgermeister Josef Mair, Bauunternehmer Armin Bachlechner, Josef Mietschnig vom Bauunternehmen Bodner, Pfarrer Josef Mair und Infra-Geschäftsführer Gerhard Langer © Michael Egger
 

"Dieses Werk wird Segen bringen“, sagt Dorfpfarrer Josef Mair über das Gemeindekraftwerk Außervillgraten bei der Spatenstichfeier. Ab Juni 2017 sollen 11,1 GWh Strom pro Jahr produziert werden – das entspricht einem Bedarf von 3000 Haushalten. Pfarrer Josef Mair ist aber nicht der einzige, der bei der Spatenstichfeier Optimismus versprüht. Sein Namensvetter, Bürgermeister Josef Mair, tut es ihm gleich: „Ein wunderbarer Tag.“ Das Kraftwerk verschlingt insgesamt zehn Millionen Euro. Davon werden 1,6 Millionen Euro vom Bund gefördert, den Rest finanziert die Gemeinde fremd.

Lesung, Fürbitten, Segnung und ein Vaterunser: Das religiöse Programm von Pfarrer Josef Mair war breit gefächert Foto © Michael Egger

"Es plätschert weiter"

Das Wasser für das Kraftwerk wird beim Gasthaus Reiterstube aus dem Winkeltalbach ausgeleitet und nimmt dann den Weg durch ein 4,4 Kilometer langes Druckrohr in Richtung Ortskern. Dort, bei der Schneiderei Mühlmann, entsteht ein Krafthaus. Mindestens 20 Prozent der gesamten Wassermenge des Winkeltalbaches sollen aber trotz Kraftwerk weiterhin fließen. „Es wird also auch in Zukunft plätschern“, sagt Gerhard Langer, Geschäftsführer der Planungsfirma INFRA, dazu.

Die Bauarbeiten laufen: Künftig wird der Winkeltalbach nur mehr 20 Prozent der ursprünglichen Wassermenge führen Foto © Michael Egger

Außerdem wird eine Aufstiegshilfe für Fische errichtet. Besonders stolz ist man seitens der Gemeinde darauf, dass die Hauptbaulose an heimische Firmen vergeben worden sind – und dass der Baubeginn ohne größere öffentliche Proteste über die Bühne gegangen ist. Warum? "Es ist der richtige Weg", glaubt der Landtagsabgeordnete Hermann Kuenz (ÖVP).

Schultz als Abnehmer?

Wann sich das Projekt rentiert? „Zu Beginn der Planungsphase sind wir von 15 bis 17 Jahren ausgegangen“, sagt Bürgermeister Mair. Damals, vor etwa vier Jahren, war das Niveau des Strompreises aber doppelt so hoch wie heute. „Die Zinsen sind aber gesunken. Das ist der Wermutstropfen“, gibt Mair zu verstehen.
Der überschüssige Strom, so plant die Gemeinde, soll in das Netz der Tiroler Wasserkraft AG (TIWAG) eingespeist werden. Bürgermeister Mair könnte sich aber auch vorstellen, den Strom heimischen Unternehmern anzubieten. Auf Nachfrage, welche Firmen in Frage kommen, nennt Mair die Bergbahnen.

Eine Kooperation mit Liftkaiser Heinz Schultz steht also im Raum. Der Haken: Schultz benötigt den Strom im Winter. In jener Jahreszeit, in welcher das Villgrater Kraftwerk nicht die maximale Leistung erzielen wird.

MICHAEL EGGER

Kommentare (4)

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Lienzer Talboden
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Außervillgrater Gemeinderat beim Pisa Test durchgefallen (4 Grundrechnungsarten)

Ja die vielen GWh/ MWh /KWh
Rechnen wir mit realistischen 10 GWh im Jahr, sind 10000 MWh, eine MWh kostet zurzeit 20 € auf der Leipziger Strombörse,sind 200.000 € Jahreseinnahme
minus 50.000 Betriebskosten pro Jahr
In 60 Jahren ist das Werk abbezahlt,
ohne Zinsendienst gerechnet, na bravo !!

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Zutreffender Kommentar von Frau Ruggenthaler zum heutigen Spatenstich-Bericht über das Gemeinde-Kraftwerk im Winkeltal.

Es fällt wirklich schon auf, dass Gemeinde-Kraftwerke in Osttirol anscheinend nur dann und dort „durchgehen“, wo sich zufällig auch Bauernbund-Bürgermeister im Amte befanden bzw. befinden. Bereits zwei Gemeinde-Kraftwerke in Kals am Großglockner, nämlich Dorferbach und Haslach (unter BB-Bürgermeister Klaus Unterweger), das Gemeinde-Kraftwerk in Innervillgraten (unter BB-Bürgermeister Josef Lusser) und jetzt das Gemeinde-Kraftwerk in Außervillgraten (unter BB-Bürgermeister Josef Mair).
Das kann doch alles kein Zufall mehr sein?
Da spielt es keine Rolle, ob sich Kraftwerke mitten im dichtesten Tamarisken-Wald (z.B. Haslach) oder im Bereich von zumindest mehrerer Tamarisken-Vorkommen (z.B. Winkeltal) befinden?

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ro81lip8j5ea27dkln90dai0nbnihk06
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Auch die Gemeindefinanzen scheinen bei diesen drei Gemeinden für die Gemeindeaufsichtsbehörden kein Problem zu sein?
Da spielt es offenbar trotz weiter stark sinkender Strom-Preise bis in den Keller keine Rolle, ob Gemeinden wie Kals zwischenzeitlich mit rund 10 Mio Euro die höchste Pro-Kopf-Verschuldung Osttirols haben?

Dort spielt es offenbar keine Rolle, wenn sich Gemeinden wie Außervillgraten mit zusätzlich rund 8.5 Mio Euro verschulden?

Die Kraftwerkserlöse und hohe Bedarfszuweisungen werdens dann schon richten....

Und was ist bei uns im Virgental? Da wird ein privatwirtschaftlich (mit Gemeindebeteiligung) sinnvolles und umweltfreundliches Laufkraftwerk an der Isel verhindert, weil es dort angeblich auch einmal einzelne Tamarisken gegeben haben soll!
In allen wissenschaftlichen Studien konnten solche jedoch nicht nachgewiesen werden…..

Wenn hier nicht mit zweierlei Maß gemessen wird?

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f6t7gn8989ag7cggbniw0u6qdtgix01k
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Vielleicht hätten Ruggenthaler und Steiner sich als Bürgermeister zumindest ein paar Schafe oder Ziegen zulegen und dann auch dem Bauernbund beitreten sollen?
Auch eine Terminvereinbarung für ein Beratungsgespräch oder eine Einladung zum späteren Spatenstich mit LA Hermann Kuenz hätte sich vielleicht bezahlt gemacht?

Das einzige Problem am politischen Kalkül dieser Vorgangsweise dürfte aber nur sein, dass das Virgental und das weitere Iseltal bis Lienz weit mehr an Wählern haben wie das Villgratental und das Kalsertal zusammen: Was werden die dortigen Bewohner dann wohl bei der nächsten Landtagswahl wählen, wenn man so offensichtlich über ihre berechtigten wirtschaftlichen Interessen drüberfährt?

Für die Iselregion bleibt so wirklich nur mehr die Rückkehr der großen Beutegreifer, wie Luchs, Wolf, Bär oder ein paar Geier, idealerweise dann auch noch mit einer Jagdberechtigung für ein paar wenige Nationalparkmitarbeiter.

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