Schon in den 1990er-Jahren war der „Weg der Sinne“ in Virgen ein Projekt mit Alleinstellungsmerkmal, ging es doch durch eine einzigartige Kulturlandschaft mit langen Heckenzügen, wuchtigen Lesesteinriegeln und weiten Wiesen: die Virgener Feldflur. Liebevoll gestaltete Lehrtafeln erklärten die jahrhundertalte Geschichte und die Bedeutung der Feldflur. Farbenfrohe Holzschmetterlinge wiesen den Weg, Skulpturen und Einrichtungen aus Holz und Metall luden zum Spielen und Verweilen ein. Zahlreiche Gäste und Einheimische zog der Themenweg in seinen Bann und erlangte weit über Osttirol hinweg großen Bekanntheitsgrad. Zuletzt kam er jedoch arg in die Jahre, die Bauten mussten aus Sicherheitsgründen entfernt werden.
Um 450.000 Euro hat der neue „Weg der Sinne“ gekostet
Gemeinsam mit dem Nationalpark Hohe Tauern und der Gemeinde Virgen entschloss sich der Tourismusverband Osttirol daher, die einzigartige Erlebniswelt neu zu schaffen. Rund zwei Jahre wurde am Projekt zusammen mit dem umsetzenden Unternehmen Pronatour GmbH geplant und gewerkelt, inzwischen erstrahlt der „Weg der Sinne“ mit 16 Stationen im neuen Glanz. Um 450.000 Euro hat die Gestaltung gekostet, die Hälfte steuern TVB, die Gemeinde sowie der Nationalpark bei. Die anderen 50 Prozent stammen aus Fördermitteln des Landes Tirols, vornehmlich aus dem bald auslaufenden Natura-2000-Region-Isel-Programm.
Feierliche Eröffnung am 24. Oktober
Die offizielle Eröffnung findet am kommenden Freitag, dem 24. Oktober um 14 Uhr am Dorfplatz von Virgen statt – unter Beisein des für den Nationalpark zuständigen Landesrates René Zumtobel (SPÖ) sowie des Landesrats für Tourismus und Wirtschaft, Mario Gerber (ÖVP). Auch der Bürgermeister von Virgen, Dietmar Ruggenthaler, sowie TVB-Obmann Franz Theurl werden Gäste und Honorität begrüßen.
Wer mag, kann den Themenweg bereits im Voraus unter die Wanderschuhe nehmen. Start und Ziel ist im Ortszentrum, wo auch Parkmöglichkeiten bestehen und es eine Bushaltestelle gibt. Danach folgt die Wegführung der Originalstrecke, es warten familientaugliche 3,65 Kilometer sowie rund 150 Höhen- und Tiefenmeter. Begleitet wird man natürlich wieder von einem fröhlichen Schmetterling. „Isi“ wurde der getauft – kein Wunder, geht es doch zweimal über die Isel, den letzten größtenteils naturbelassenen Gletscherfluss der Ostalpen.
Auf 16 Stationen zum besonderen Naturerlebnis
Die Stationen selbst sind – nomen est omen – den Sinnen gewidmet und interaktiv gestaltet. Spielerisches Lernen, achtsame Naturwahrnehmung und erholsame Momente sollen zu einem besonderen Erlebnis führen. So kann man an einer Station Tierstimmen lauschen und versuchen, diese korrekt zuzuordnen. Auf Knopfdruck gibt es an einer anderen Stelle Gerüche zum Schnuppern: War es eine Waldfrucht? Oder doch eine Blume? Sogar die unserem Ohr sonst verborgenen Geräusche des Waldes werden erlebbar, und ein Baumstamm dient als Telefon. Das „Landschaftskino“ wiederum gibt einen faszinierenden Blick auf Virgen und seine Berge frei, während die Kids wohl vor allem im „Virgen Wasserreich“ oder auf einem, dem Gleichgewichtssinn gewidmeten, Geschicklichkeitsparcours eine Gaudi haben.
Viele erfolgreiche Projekte
Den TVB Osttirol jedenfalls freut es, dass es nach den Projekten Iseltrail, Goldried Riese, der Schaffung von Rastplätzen entlang des Iselufers in Matrei sowie dem Projektstart Winterwanderdorf Prägraten erneut kein Stillstand eingetreten ist. Sondern mit dem neuen Informationszentrum in Kals und dem sinnlichen Weg im Virgental auch heuer wieder „maßgebliche Akzente zur Stärkung der touristischen Infrastruktur gesetzt wurden.“