Das Jahr 2024 war im Bezirk Lienz für viele, die mit finanziellen Problemen zu kämpfen hatten, turbulent: Laut Kreditschutzverband (KSV) 1870 wurden insgesamt elf Unternehmensinsolvenzen verzeichnet – im Jahr 2023 waren es zehn. Die Zahl der nicht eröffneten Insolvenzverfahren blieb im Vergleich zu 2023 konstant: Auch 2024 gab es zwei Fälle, bei denen ein Insolvenzverfahren nicht eröffnet wurde. Dies kann es an unzureichenden Vermögenswerten oder an der Hoffnung liegen, dass eine Sanierung ohne gerichtliche Hilfe möglich ist.

Besonders auffällig sind die drei größten Insolvenzen, die insgesamt mit über sechs Millionen Euro Passiva zu Buche schlagen. An erster Stelle steht das Unternehmen N‘Cyan – Innovation für Menschen aus St. Jakob im Defereggental. Mit Passiva von 3,6 Millionen Euro war dies die mit Abstand schwerwiegendste Insolvenz in Osttirol. Auch der Lienzer Unternehmer Christoph Hartwig Jäger konnte seinen Betrieb nicht mehr retten – er hinterlässt Schulden in Höhe von 1,5 Millionen Euro. Die Villgrater Bergfleisch GmbH aus Außervillgraten rundet mit 1,15 Millionen Euro Passiva das unglückliche Trio ab.

Privatinsolvenzen auf dem Vormarsch

Ein besonders dramatischer Anstieg betrifft die Privatinsolvenzen. Während im Jahr 2023 noch 20 Privatpersonen von einer Insolvenz betroffen waren, stieg diese Zahl auf 34 im Jahr 2024. Der Anstieg um 14 Fälle spiegelt die schwierige wirtschaftliche Lage vieler privater Haushalte wider. Der Bezirk Lienz ist hier keine Ausnahme, auch wenn die genauen Ursachen dieses Anstiegs vielschichtig sind. Neben den allgemeinen wirtschaftlichen Herausforderungen durch Inflation und steigende Lebenshaltungskosten könnten auch private Haushalte in der Region durch unerwartete Ereignisse wie Arbeitslosigkeit oder hohe Verschuldung in die Insolvenz geraten sein.