Im Rahmen der Verleihung des Tiroler Museumspreises verlieh Landeshauptmann und Kulturreferent Anton Mattle den sogenannten Anerkennungspreis in Höhe von 2500 Euro an den Kutschen- und Heimatmuseumsverein Osttirol. Der Verein betreibt seit rund 20 Jahren ein Kutschen- und Schlittenmuseum in Obertilliach und hat in den vergangenen Jahren ein altes Kino in Sillian renoviert. Das ehemalige Kinobuffet wurde saniert und 2024 schließlich der Kinosaal adaptiert. Heute steht das Kinomuseum der Öffentlichkeit als kultureller Begegnungsort zur Verfügung.
Landeshauptmann Mattle würdigte die ehrenamtliche Arbeit und den Einsatz des Vereins, der das alte Kino einer neuen Bestimmung zugeführt hat. „Herzliche Gratulation an den Kutschen- und Heimatmuseumsverein Osttirol für das tolle Engagement und die beeindruckende Entwicklung. Es freut mich, dass Museen in ganz Tirol so erfolgreich arbeiten und den Menschen einen niederschwelligen Zugang bieten.“
Bewegte Geschichte der „Grenzlichtspiele“
Das einstige Kino mit dem bezeichnenden Namen „Grenzlichtspiele Sillian“ kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Es war von 1936 bis 1989 in Betrieb und für Filmliebhaber aus dem gesamten Hochpustertal die erste Adresse. Konzipiert als Kleinmuseum unter der Federführung des Sillianer Gernot Vinatzer, der auch als Obmann des Kutschen- und Heimatmuseumsvereins fungiert, gilt der Fokus nun dieser Lokalgeschichte. Das einzige Kinomuseum Tirols versammelt zudem neben altertümlichen Vorführmaschinen aus dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts weitere Utensilien wie Filmschneidetisch oder Filmrollen sowie originale Filmplakate und Ankündigungsfolder. Eine Fülle an technischen Apparaten gibt Einblick in die Evolution der analogen Fotografie und Diaprojektion.
Hauptpreis für das Projekt „ORADOUR“
Mit dem Tiroler Museumspreis wird jährlich auf Vorschlag des Kulturbeirats für Denkmalpflege und Museumswesen ein herausragendes Projekt in der Tiroler Museumslandschaft ausgezeichnet. 2024 geht der mit 6000 Euro dotierte Preis an das Gemeinschaftsprojekt „ORADOUR. Memories of Memories“, das vom Museum der Völker in Zusammenarbeit mit den Tiroler Landesmuseen, den Klangspuren Schwaz, dem Archiv der Stadt Schwaz, dem Rabalderhaus, dem Toni-Knapp-Haus, dem Kunstraum Schwaz sowie erinnern.at realisiert wurde. Die Initiative widmet sich der historischen Aufarbeitung der sogenannten Messerschmitthalle in Schwaz, in der 1944 Zwangsarbeiter für die unterirdische Produktion der Luftwaffe eingesetzt wurden.