Die Chefin der Haifischbar in Seeboden am Millstätter See, Heidrun Winkler, ist verzweifelt. "Ich musste heute schon 50 Gäste abweisen", seufzt sie. Gäste, die das Strandbad der Bar gerne für einen gemütlichen Badetag nutzen möchten. Sie können zwar auf die wunderschön gepflegte Anlage mit frisch gemähter Liegewiese und violett blühenden Blumen blicken, diese aber nicht nutzen.  Der Grund dafür ist, dass die Familie Winkler keinen Bademeister findet. "Wir suchen schon seit Jänner", sagt die Betreiberin. Einen Funken Hoffnung hat sie noch. Via Facebook hat sie am vergangenen Wochenende einen Aufruf gestartet. Das Posting wurde fast 1000 Mal geteilt. Hat es etwas gebracht? "Noch nicht", sagt Winkler.

Doch warum will niemand Bademeister in der Haifischbar sein? Liegt es an der Entlohnung? "Nein", sagt Winkler und fügt hinzu: "Was es wiegt, das hat's." Dass über dem Kollektivvertragsniveau gezahlt werde, sei ohnehin üblich. Normalerweise hätten Studenten über die Sommermonate ausgeholfen - heuer nicht. Eine Umschulung des bestehenden Personals komme auch nicht infrage. "Die erforderlichen Kurse finden erst in der Hochsaison wieder statt, ich habe mich erkundigt", sagt die Chefin. Außerdem sei man personell auch bei den Kellnern und Köchen nicht ausreichend stark aufgestellt.

Schwieriges Thema

"Sommerjob ohne Stress, Essen & Trinken gratis - sehr gute Entlohnung", so sieht sie aus, die Stellenbeschreibung der Haifischbar. Unter dem Posting hat sich eine rege Diskussion darüber entwickelt, ob der Bademeitserjob tatsächlich stressfrei ist. "Man braucht Geduld, Nerven und Selbstbeherrschung", schreibt etwa ein Facebook-User, der selbst Bademeister war.

Heidrun Winkler sucht vergeblich nach Personal für die Badeaufsicht
Heidrun Winkler sucht vergeblich nach Personal für die Badeaufsicht © KK/Haifischbar

"Wir haben das Personal des vergangenen Jahres auch heuer wieder bekommen", sagt Hellmuth Koch von der Seeboden Touristik GmbH. Die Suche nach Personal für das Strandbad sei generell aber "ganz ein schwieriges Thema". Ähnlich sieht die Sache auch Alexander Thoma (ÖVP), Bürgermeister von Millstatt und Geschäftsführer der Millstätter Bäderbetriebe. 15 bis 20 Prozent der Bademeister in der Region würden fehlen. "Den Dienstplan der Bademeister macht das Wetter", sagt er. In Kombination mit dem Saisonarbeitsplatz sei der Job deshalb für viele nicht attraktiv. Kann die Gemeinde etwas gegen die Problematik tun? "Es ist schwierig", sagt Thoma, auch weil die Kommunen oft selbst Betreiberinnen von Strandbädern sind. Die Haifisch-Betreiber hoffen nun, dass sich durch die mediale Präsenz doch noch ein Bademeister für den Sommer findet.