Seit Claus Faller (Liste Jury) als 1. Vizebürgermeister vorübergehend die Amtsgeschäfte in Gmünd übernommen hat, konnte er bereits einige Gemeindebürger von seinem politischen Programm überzeugen. Um noch unentschlossene Wähler zu informieren, setzt er unter anderem auf Broschüren mit dem Slogan „Die meiste Erfahrung, starke Durchsetzungskraft“. Für Aufgaben wie die Stärkung der Wirtschaft, die Förderung von Bildung und Kultur, den Schutz der Umwelt und die Sicherung der Infrastruktur sollen Lösungen erarbeitet werden. „Gmünd soll eine Stadt sein, in der sich Jung und Alt gleichermaßen entfalten können, in der unsere Traditionen gepflegt und unsere Zukunftsvisionen verwirklicht werden können“, ist in dem Flyer zu lesen.
Welche Charaktereigenschaften und Erfahrungen ihm bei der Realisierung dieser Vorhaben zugutekommen könnten, wird ebenfalls angeführt: „Weil er sich durchsetzen kann, Vereine schon immer Teil seines Lebens waren, er die Kontakte in der Region pflegt, Sicherheit sein Beruf ist und ihm Familie am Herzen liegt.“
Die digitalen Informationsquellen
Auf ihre dank den sozialen Medien generierte Reichweite setzt Sylvia Petschar (SPÖ). Follower und potenzielle Wähler können sie unter anderem bei Hausbesuchen begleiten. „Ich habe viele gute Gespräche geführt, Sorgen gehört, Ideen mitgenommen und ehrliche Rückmeldungen bekommen. Genau diese Begegnungen bestärken mich in meinem Weg für Gmünd“, ist in einem aktuellen Posting auf Facebook zu lesen. Auch über Veranstaltungen, die sie besucht, Vereine, denen sie angehört und Pläne für die Stadtgemeinde informiert sie die digitale Welt.
Weitere Informationen, die allesamt unter dem Motto „Mit Herz, Erfahrung und Engagement für eine lebendige und solidarische Stadt“ stehen, sind auf der Homepage der SPÖ Gmünd zu finden. Petschar führt dort die Eckpunkte ihres Wahlprogrammes an: Leistbarer Wohnbau, Familienfreundlichkeit als Leitbild, der Ausbau der Ganztagsschule, die Einrichtung eines Jugendzentrums und zusätzliche Sport- und Freizeitangebote. Zudem soll eine „moderne und soziale Gemeindeentwicklung“ angestrebt werden. Dieses Ziel umfasst unter anderem die Belebung der Innenstadt, die Sanierung der Volksschule und eine nachhaltige Infrastruktur.
Hausbesuche und Wahlzeitung
Auch Markus Schiffer (ÖVP) setzt auf Hausbesuche, um die Wähler von sich zu überzeugen. Sein Plan ist es, Vollzeitbürgermeister zu werden. Gemeindebürger sollen ihn möglichst oft mit einem offenen Ohr für ihre Anliegen im Rathaus antreffen: „Bürgerservice heißt für mich zuhören, ernst nehmen und rasch handeln – ohne unnötige Bürokratie. Mein Ziel ist ein bürgerfreundliches Gmünd, in dem man sich verstanden fühlt und weiß: Der Bürgermeister kümmert sich.“
Über seine Vorhaben informiert er in einer eigens gestalteten Wahlzeitung. Unter anderem ist von der Modernisierung der Infrastruktur, Starterwohnungen für junge Erwachsene, der Einrichtung eines Seniorentreffs, der Förderung der Wirtschaft und der Unterstützung von Vereinen, Blaulichtorganisationen und der Landwirtschaft zu lesen. Dabei setzt Schiffer auf die Leitlinie „Offen reden – klar entscheiden – entschlossen umsetzen“ und steht für „Handschlagqualität, Verantwortung und Zusammenarbeit – über die Parteigrenzen hinweg“.
Kandidaten auf dem Prüfstand
Obwohl Schiffer, Petschar und Faller fleißig um Stimmen kämpfen – und dabei verschiedene Strategien verfolgen – sind bei vielen Wählern noch Fragen offen. Um diese zu klären, lädt die Kleine Zeitung zu einer Live-Podiumsdiskussion unter dem Motto „Reden wir! Kandidaten auf dem Prüfstand“ ein. Die Veranstaltung findet am 8. Jänner um 19 Uhr im Stadtsaal Gmünd statt. Alle Interessierten sind recht herzlich eingeladen, der Eintritt ist frei.
Themenblöcke wie Politik, Jugendarbeit und die Zukunft der Künstlerstadt werden angesprochen. Zudem werden Streitpunkte, wie beispielsweise das geplante Wasserstoffforschungszentrum oder die Bebauung des Stubecks, diskutiert. Ziel ist es, die Anwärter vor den Vorhang zu holen und ihnen eine Bühne zu bieten, um sich nicht nur als Bürgermeisterkandidaten, sondern auch als Privatpersonen zu präsentieren.