Am 17. Juli wurde die Freiwillige Feuerwehr Flattach/Fragant zu einem Einsatz gerufen, wie er vielen vertraut ist – ein Verkehrsunfall, Sicherungsarbeiten. Doch was als Routine begann, wurde zu einem der schwersten Einsätze der Wehr. Denn an diesem Abend verloren sie nicht nur einen Kameraden, sondern auch einen Sohn, Bruder, Freund: Sandro Pacher. Mit nur 25 Jahren wurde der Feuerwehrmann bei einem tragischen Motorradunfall aus dem Leben gerissen. Seine eigenen Kameraden mussten ausrücken, um Hilfe zu leisten – und fanden sich mitten in einem Szenario wieder, das sprachlos macht.

„Sandro war weit mehr als ein engagierter Feuerwehrmann. Er war ein junger Mann voller Lebensfreude, mit einem offenen Herz für andere, verlässlich und hilfsbereit – immer zur Stelle, wenn er gebraucht wurde“, sagt der Kommandant der Feuerwehr, Michael Salentinig. In der Feuerwehr sowie in seinem sozialen Umfeld – auf Sandro konnte man zählen. Er lebte das, wofür die Feuerwehr steht: Gemeinschaft, Verantwortung und Menschlichkeit. Er war, wie seine Angehörigen und Freunde ihn beschreiben „ein stiller Held im Alltag“. Pacher war seit seiner Jugend Teil der Feuerwehr, begann mit 13 Jahren in der Feuerwehrjugend und blieb der Kameradschaft zwölf Jahre lang treu. „Er war ein super Kumpel und ein lustiger, lebensfroher Mensch“, erinnert sich Salentinig.

Zivildiener Sandro Pacher. Er arbeitet auf dem Bauernhof von Andrea Brandstaetter, Gummern Kaernten Foto: Daniel Raunig
Als Zivildiener half Sandro Pacher im Jahr 2022 einer alleinerziehenden Landwirtin © Daniel Raunig

Engagiert, verantwortungsvoll, kameradschaftlich

Während seiner Feuerwehr-Laufbahn war Pacher mehrere Jahre lang Mitglied der Wettkampfgruppe und übernahm später für eine Zeit lang auch die Funktion des Funkbeauftragten. Auch wenn er diese Aufgabe später abgab – der Feuerwehr blieb er stets als aktives Mitglied verbunden. Außerhalb der Feuerwehr war Pacher ein Mensch mit Prinzipien, Herzenswärme und Einsatzbereitschaft. Beruflich war er bei der Holzindustrie Hasslacher in Sachsenburg tätig, wo er sich zum Meister hochgearbeitet hatte. Eine seiner großen Leidenschaften galt der Natur – besonders der Jagd. In seiner Zeit als Zivildiener im Jahr 2022 entschied er sich bewusst für die Landwirtschaft. Er half einer alleinerziehenden Landwirtin in der Gemeinde Weißenstein. „Sein soziales Engagement zeigt, wie sehr er sich für seine Mitmenschen einsetzte“, so der Kommandant weiter.

In der Feuerwehr, in der Gemeinde, in seiner Familie und unter seinen Freunden sowie Kameraden hinterlässt Pacher eine Lücke, die sich nicht schließen lässt. In einem Facebook-Posting der Ortsfeuerwehr heißt es: „Wir sind dankbar für die gemeinsame Zeit und werden dich stets in unseren Herzen tragen, lieber Sandro. Ein letztes: ‚Gut Heil!‘“