Am Samstag fand eine spektakuläre Hubschrauber-Übung der Bergrettung Kärnten in Spittal statt. Aufgeteilt in zwei Gruppen hoben je zehn Anwärter, fünf Hundeführer und die Jungtiere in luftige Höhen ab. Um die Praxisübung zu absolvieren, wurden für jeweils vier Stunden unterschiedliche Einsatz-Szenarien mit dem Hubschrauber geprobt. Das Training zielt unter anderem darauf ab, die vierbeinigen Bergretter an den Rotorenlärm, den Wind beim Einsteigen, Druckwellen und Flugbewegungen zu gewöhnen, denn all diese Faktoren sind für junge Hunde eine neue Erfahrung.
„Die Übung ist ein zusätzliches Angebot und kann freiwillig im Rahmen der dreijährigen Ausbildung absolviert werden. Es ist eine sehr gute Möglichkeit, um einen halben Tag lang alle Fähigkeiten, die auch in realen Einsätzen nötig sind, vorab zu üben und zu erlernen. Die Tiere brauchen diese Erfahrungen, um sich an die neuen Geräusche und eine fremde Umgebung in luftiger Höhe zu gewöhnen“, schildert Bernhard Pichler-Koban, Geschäftsstellenleitung der Kärntner Bergrettung.
Spielerische Übung für den Ernstfall
Je nachdem, welcher Gruppe die Beteiligten zugeordnet wurden, startete ihr „Einsatz“ um 8 oder 12 Uhr. Nach dem Basistraining und einer Einheit rund um Materialkunde ging es für die Anwärter und die Vierbeiner mit Übungen am Hubschrauber weiter. Zuerst wurde das Einsteigen und das richtige Verhalten in der Kabine geübt – zuerst bei stehendem, später dann bei laufendem Motor.
„Die Teilnehmer steigen ein, man setzt sich in Ruhe hin und die Hunde können währenddessen ihre neue Umgebung erkunden und sich an die noch unbekannten Eindrücke gewöhnen. Dann wird der Hubschrauber gestartet und der Vorgang wiederholt. Im Anschluss hebt der Hubschrauber ab, um den ersten Flug zu absolvieren. Die Anwärter lernen so das korrekte Ein- und Aussteigen und wie sie den Hubschrauber richtig einweisen, während die Hunde spielerisch die Abläufe erlernen, um im Ernstfall professionell zu handeln“, so Pichler-Koban weiter. Um den Flug zu ermöglichen, wurde ein Shuttlebetrieb zu einem Außenlandeplatz - der Marhube – oberhalb der Goldeck-Talstation eingerichtet. Nach dem Flug in der Kabine folgte noch ein Tau-Flug. Albrecht Ebner, Landesflugrettungsreferent der Bergrettung Kärnten und Landesleiter-Stellvertreter Michael Unterlerchner waren vor Ort, um sich von der erfolgreich durchgeführten Übung zu überzeugen und die künftigen Kameraden zu unterstützen. Als Hubschrauber-Anbieter agierte die ÖAMTC-Flugrettung.