Die einen Gemeinden haben sie, andere nicht: Die Vergnügungssteuer – auch Lustbarkeitsabgabe genannt. Gemeinden können diese Steuer auf Veranstaltungen und Filmvorführungen einheben, müssen aber nicht. Auch die Höhe bestimmen die Gemeinden selbst. In der jüngsten Gemeinderatssitzung in Wolfsberg stand der Prüfbericht der Vergnügungssteuer auf der Tagesordnung, deren Einnahmen laut Kontrollausschussobmann Reinhard Stückler (Grüne) alljährlich rund 25.000 Euro betragen. Laut Prüfbericht würde eine Erhöhung der Vergnügungssteuer nur wenig Einfluss aufs Budget haben, jedoch bestünde die Gefahr, dass Veranstaltungen in andere Gemeinden abwandern. Daher werde an der derzeitigen Verordnung vom Juli 2023 festgehalten.

Für Konzerte, Kabarettabende und dergleichen werden 5 Prozent vom Kartenpreis eingehoben, wobei bis zu 25 Prozent verlangt werden könnten. „Wir haben diesen Tarif bewusst in den vergangenen Jahren wegen abwandernder Veranstaltungen immer weiter gesenkt. Mit unseren Sätzen liegen wir im Vergleich zu anderen Gemeinden in Kärnten im Mittelfeld“, führte Stückler aus.

Kontrollausschuss-Obmann Reinhard Stückler von den Grünen
Kontrollausschuss-Obmann Reinhard Stückler von den Grünen © Markus Traussnig

Der größte Anteil dieser Steuereinnahme komme vom Kino „Cinemaplexx“. Für die Gemeinde ist der festgelegte Satz mit 2,5 Prozent für Tickets von Filmvorführungen „recht günstig“ (bis zu 10 Prozent könnten verlangt werden): „Der Steuersatz ist deshalb niedrig angesetzt, weil die Gemeinde ein großes Interesse daran hat, dass das Kino erhalten bleibt“, sagt Stückler wohl im Hinblick auf die wirtschaftlichen Probleme vom ehemaligen Kino Schüßler in der Innenstadt, das 2009 schließen musste.

„Andere Gemeinden verlangen nichts“

Dass er jährlich über 12.000 Euro an die Gemeinde abführt, bestätigt Kinobetreiber Peter Hauswirth. Für ihn stellen jedoch auch die 2,5 Prozent „eine Belastung“ dar, denn: „Vom Preis eines Kinotickets bleiben uns nur rund 25 Prozent. Der Rest geht für Leihgebühren, Steuern und so weiter drauf“, erklärt Hauswirth: „Mir ist schon klar, dass die Stadt Wolfsberg auch mehr verlangen könnte, sie könnte aber auch nichts verlangen, wie es zum Teil an anderen Kinostandorten der Fall ist.“

Kinobetreiber Peter Hauswirth (links)
Kinobetreiber Peter Hauswirth (links) © Daniela Grössing

Auf das Kinoticket könne Hauswirth die Vergnügungssteuer nicht aufschlagen: „Die Steuer müssen wir selbst schlucken. Denn ein Aufschlag würde nur den Endkunden treffen und die Steuersumme erhöhen, wenn der Kartenpreis steigen würde“, so Hauswirth, der deshalb auf den Verkauf von Popcorn und Getränken angewiesen ist, um das Kino wirtschaftlich führen zu können.

Abgesehen vom Kino beim Stadionbad in Wolfsberg betreibt Hauswirth auch ein „Cinemaplexx“ in Krems. Jenes in Horn wurde Anfang 2025 geschlossen. „Aber nicht aus wirtschaftlichen Gründen, sondern weil es im Einkaufszentrum mit den internationalen Eigentümern nicht mehr gepasst hat. Sagen wir so: Wir sind nicht mehr zusammengekommen“, so der Kinobetreiber.

Von Corona bis Hollywood-Streik

In Wolfsberg laufe es nach Anfangsschwierigkeiten inmitten der Corona-Pandemie mittlerweile gut, mit der Auslastung ist er zufrieden. „Natürlich könnte es besser sein, aber die Besucherzahlen haben sich nach Corona und nach dem großen Autorenstreik in Hollywood wieder gut erholt. Der Streik hat uns natürlich getroffen, weil neun Monate lang in Hollywood nichts mehr produziert wurde und wir somit auch keine neuen Filme bekommen haben.

Mittlerweile werden wieder im normalen Rhythmus Filme produziert, das schlägt sich auch in den Besucherzahlen nieder“, so Hauswirth, der im Wolfsberger „Cinemaplexx“ an Samstagen am meisten Andrang verzeichnet. „Der Sonntag ist der zweitstärkste Tag. Mit einem Einheitspreis von 7 Euro pro Kinokarte für Erwachsene und Kinder bis 17 Uhr an Sonntagen wollen wir auch einkommensschwachen Familien einen Kinobesuch ermöglichen. Diese Aktion wird sehr gut angenommen“, zieht Hauswirth Bilanz.

Im Sommer 2020, mitten in der Corona-Pandemie, wurde das Kino „Cinemaplexx“ in Wolfsberg eröffnet
Im Sommer 2020, mitten in der Corona-Pandemie, wurde das Kino „Cinemaplexx“ in Wolfsberg eröffnet © Bettina Friedl

Dass Besucher ausbleiben, merkt der Kinobetreiber an Heimspieltagen des Bundesligisten WAC. „Unsere Gäste bekommen dann keinen Parkplatz oder kommen erst gar nicht. An Spieltagen kostet uns das leider viele Besucher“, so Hauswirth. Gespräche mit der Gemeinde bezüglich eigenen Parkplätzen für Kinobesucher hätten nicht gefruchtet.