Nina Reyes ist verzweifelt. Vor einem Jahr hat sich die Klagenfurterin zwölf Hennen und einen Hahn zugelegt und für diese auf ihrem Grundstück in Viktring einen umzäunten Bereich mit Stall errichtet. Sie betreibt keine Hühnerzucht und verwendet die Eier für ihren Eigenbedarf. Vor der Anschaffung erkundigte sie sich, gemeinsam mit einer Freundin, beim Magistrat Klagenfurt, ob Hühnerhaltung in Viktring erlaubt sei. Die Antwort der Veterinärbehörde lautete: "Eine private Hühnerhaltung ist möglich. Allerdings muss diese behördlich angemeldet werden." Daraufhin meldete Reyes ihre Tiere dem Amtstierarzt der Stadt. Im Herbst beschwerte sich eine Nachbarin über das Krähen und drohte mit Klage. Vor wenigen Tagen stand ein Mitarbeiter des Bauamtes vor Reyes Türe, um ihr mitzuteilen, dass die Hühner doch nicht hätten gehalten werden dürfen, da es sich um kein landwirtschaftlich gewidmetes Grundstück handle. "Angesprochen auf das OK vor einem Jahr meinte der Vertreter, dass der Magistrat damals einen Fehler gemacht habe. Ich hätte 14 Tage Zeit, um die Hühner loszuwerden", berichtet Reyes. "Ansonsten würde mich eine Strafanzeige erwarten. Dass ich Zeit, Liebe und Geld investiert habe, wäre mein Pech." Die Klagenfurterin ist sprachlos: "Man muss sich doch auf die Auskunft des Magistrats verlassen können", sagt sie. "Weiß denn die eine Hand nicht, was die andere tut?"
Viktring
Frau muss Hühner und Stall loswerden
Eine Klagenfurterin legte sich Hühner zu und holte dafür die Zustimmung des Magistrats ein. Ein Jahr später fordert sie der Magistrat dazu auf, die Hühner wieder loszuwerden.
© Hannes Krainz