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Pyramidenkogel

Langer Weg zur schönen Aussicht

Am Sonntag schließt der Aussichtsturm auf dem Pyramidenkogel für immer seine Pforten. Mitte Oktober wird gesprengt. Hier erfahren sie alles über die Geschichte der Attraktion.

© KK (1), KK/Visualisierung H. Kramer (1)
 

Am Sonntag schließt der Aussichtsturm auf dem Pyramidenkogel für immer seine Pforten. Mitte Oktober wird gesprengt, um einem Neubau Platz zu machen. Vor Jahrzehnten hat es mit einer Holzkonstruktion angefangen und zu einer solchen kehrt man mit dem neuen Turm wieder zurück. "Ursprünglich gab es eine Art Hochsitz auf drei Föhren und daraus hat sich die Idee entwickelt, man könnte einen Turm errichten", sagt Keutschachs Bürgermeister Gerhard Oleschko.

Dieser wurde 1950 von der Zimmerei Pauker unter schwierigen Bedingungen aus Holz gebaut. Schon allein die Zufahrt war eine Herausforderung, da die Straße noch nicht ausgebaut war und damals lediglich ein besserer Forstweg bis zur halben Höhe des Pyramidenkogels führte. Daher kamen vor allem Ochsen- und Pferde-Gespanne zum Einsatz. "Der 27 Meter hohe Turm wurde großteils am Boden zusammengesetzt und dann mit Flaschenzügen aufgezogen. Zimmermeister Georg Pauker hatte selbst Zweifel, ob er überhaupt stehen bleiben wird", erzählt Oleschko.

Shuttle-Service

Doch er blieb nicht nur stehen, sondern entwickelte sich zu einem regelrechten Besuchermagnet. Dazu trug unter anderem wesentlich bei, dass das Land Kärnten den bisherigen Weg übernahm und zur Landesstraße ausbaute. "Am Sonntagnachmittag gab es drei bis vier Busse, die hinauf fuhren. Sie wurden gut angenommen, da damals viele noch kein eigenes Auto besaßen", erinnert sich der Keutschacher Altbürgermeister Walter Samonig, der sich intensiv mit der Geschichte des Pyramidenkogels auseinandergesetzt hat.

Während Gaststätte und Terrasse für die bis zu 80.000 Besucher pro Saison ausgebaut wurden, reifte auch der Plan für einen neuen Turm. 1966 war es so weit. Die Gemeinde begann neben dem Holzturm mit dem Neubau des Aussichtsturmes, der 1968 eröffnet wurde. Die 54 Meter hohe Stahlbetonkonstruktion mit Lift kostete 3,5 Millionen Schilling. "Allerdings hat das Land keinen direkten Zuschuss gewährt, sondern ist lediglich als Bürge für die Kredite aufgetreten", erinnert sich Samonig.

Trotzdem hatte die Gemeinde die finanzielle Belastung gut im Griff. "Die Einnahmen aus den Eintrittsgeldern überstiegen die Tilgungspflichten", sagt Samonig. Keutschach profitierte in den folgenden Jahren vom noch florierenden Wörtherseetourismus und von der damaligen Begeisterung für Aussichtstürme, wie den Donauturm in Wien und den Olympiaturm in München, die ebenfalls in den 1960ern errichtet wurden. Viele Keutschacher begannen daher, privat Zimmer zu vermieten.

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