Über das Vermögen der „Toredo Medicom“ mit Sitz in der St. Jakober Straße in Klagenfurt wurde am Mittwoch ein Insolvenzverfahren am Landesgericht Klagenfurt eröffnet. Die Verbindlichkeiten belaufen sich auf rund 972.000 Euro. Die Höhe der Aktiva wird mit rund 28.000 Euro angegeben, sodass sich eine Überschuldung von rund 944.000 Euro ergibt. Von der Insolvenz sind 31 Gläubiger und keine Dienstnehmer betroffen. Der Betrieb ist laut Antrag bereits geschlossen und soll auch nicht wiedereröffnet werden.

Die insolvente GmbH wurde im November 2020 gegründet. Es handelt sich um einen Großhandel mit medizinischen und orthopädischen Artikeln, unter anderem mit Antigen-Tests und FFP2-Masken. Zudem unterhielt man den Betrieb eines chemischen Labors und ein Institut für Industrieumwelt und Seuchenhygiene.

Während der Corona-Pandemie hatte sich die Schuldnerin auf Testungen ausgerichtet. Weiterer Unternehmensgegenstand ist der Erwerb und das Halten und Verwalten von Unternehmensbeteiligungen, die Wahrnehmung von Anteilsrechten sowie der Ankauf und Verkauf von Immobilien. Hundertprozentige Gesellschafterin ist die „Elderon Beteiligungs GmbH“ des Lavanttalers Sebastian Guntschnig.

Strategische Neuausrichtung

Die Ursachen für die finanzielle Schieflage werden laut AKV wie folgt angegeben: Während der Covid-Phase wurden gute Umsätze erzielt, danach brachen diese ein. Daraufhin versuchte die Schuldnerin eine strategische Neuausrichtung auf die Forschung und Entwicklung hocheffizienter DNA- und Blutanalytik-Verfahren. Das Kernziel war die Reduktion des Materialeinsatzes bei gleichzeitiger Steigerung der Kosteneffizienz, um einen Wettbewerbsvorteil in der Diagnostikbranche zu erlangen. Im Laufe der Forschungsarbeiten stellte sich allerdings heraus, dass diese Nebenfelder nicht die erhofften Synergieeffekte boten und technologisch nicht zielführend für das Unternehmen waren. Der Forschungseinsatz bündelte zudem den Bedarf von hochqualifiziertem Fachpersonal und verursachte dadurch hohe Personalkosten, die mangels Marktreife der Produkte nicht durch die Umsatzerlöse gedeckt werden konnten. Letztlich sind auch die Kapitalbeschaffungsmaßnahmen gescheitert und der Betrieb musste eingestellt werden.

Etwaige Gläubigerforderungen können bis zum 7. April über den KSV1870 oder den AKV angemeldet werden. Zum Insolvenzverwalter wurde der Klagenfurter Rechtsanwalt Klaus Mikosch bestellt. Die erste Gläubigerversammlung, Berichts- und Prüfungstagsatzung findet am 21. April statt.