Sie galt als Expertin in ihrem Gebiet. Jahrelang war sie Teil der Gemeinde Moosburg, führte zum Großteil die finanziellen Aspekte im Amt. Und jetzt ist die Finanzverwalterin weg, und die Verwunderung darüber groß.

Mitte Februar informierte die Amtsleitung die Gemeindepolitik über eine stattgefundene, einvernehmliche Trennung. Warum? Das weiß niemand so genau. „Sie ist von heute auf morgen verschwunden. Keiner nennt irgendwelche Gründe“, sagt FPÖ-Gemeindevorstand Bernhard Gräßl. Auch Gemeindevorstand Georg Malle (GEMA) tappt im Dunklen. „Ich hätte mir das nie gedacht. Irgendwas dürfte nicht gepasst haben“, vermutet Malle. Klare Vorzeichen soll es keine gegeben haben.

„Sie ist von heute auf morgen verschwunden“, sagt FPÖ-Gemeindevorstand Bernhard Gräßl
„Sie ist von heute auf morgen verschwunden“, sagt FPÖ-Gemeindevorstand Bernhard Gräßl © Kk

Aber: Dass im Gemeindeamt der Haussegen ein wenig schief hängt, würden den Gemeindevorständen zwei weitere Abgänge im Finanzbereich beweisen, die nur wenige Monate zurückliegen. Das derzeitige Team sei jung, die anstehenden Aufgaben groß. „Wir haben einen hohen Personalverschleiß“, meint Gräßl, der sich aufgrund des aktuellen Abgangs um die Ordnung der Gemeindefinanzen sorgt.

Rechnungsabschluss möglicherweise in Gefahr

Denn neben der Erstellung von Budget und Rechnungsabschluss war die Finanzverwalterin auch für die gemeindeeigene GmbH verantwortlich. Die Aufgabe für einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin, sich innerhalb kürzester Zeit einen Überblick über die Verhältnisse zu machen, sei schwer. „Ich weiß nicht, wie der Rechnungsabschluss bis Ende März fertig werden soll. Es gibt jetzt viele offene Fragen“, meint Malle.

„Es gibt immer wieder Veränderungen in der Gemeinde. Solche Abgänge passieren immer plötzlich“, sagt Bürgermeister Herbert Gaggl
„Es gibt immer wieder Veränderungen in der Gemeinde. Solche Abgänge passieren immer plötzlich“, sagt Bürgermeister Herbert Gaggl © Markus Traussnig

Nicht für Herbert Gaggl (ÖVP). Der Moosburger Bürgermeister sieht die Lage naturgemäß anders. Die Trennung fand einvernehmlich statt. Warum es dazu kam? Eine Frage, auf die Gaggl sicher eine Antwort kennt. Preisgeben möchte er sie aber nicht. „Personalthemen fallen in den Datenschutz“, argumentiert der Bürgermeister. Veränderungen auf Personalebene gehören zum Gemeindegeschäft dazu. Eine Aufregung um den Abgang wittert er daher nicht.

Unterdessen macht sich Moosburg auf die Suche nach einer Nachfolge. Wer sich 40 Stunden pro Woche mit den Gemeindefinanzen auseinandersetzen möchte, darf sich über mindestens 3775,43 Euro brutto pro Monat freuen. Der oder die Neue soll sobald wie möglich starten. Ob sich finanzielle Belange in der Gemeinde bis dahin verzögern werden, könne Gaggl nicht sagen.