Seit 1. Juni werden beim Strandbad Klagenfurt Parkgebühren eingehoben. Das gebührenpflichtige Gebiet erstreckt sich von der östlichen Abzweigung Plattenwirtweg bis zum Lido, über sämtliche Großparkplätze beim Metnitzstrand und Europapark bis zum südwestlichen Teil des Lorettowegs. Als Bezahlmöglichkeiten stehen Parkscheinautomaten vor Ort und die Park-Apps für Klagenfurt zur Auswahl.

„Nach einem Lokalaugenschein vor Ort muss ich leider feststellen, dass es keine für die Badegäste gut sichtbaren Markierungen gibt. Wenn Gebühren eingehoben werden, dann müssen die zuständigen Referentinnen Sandra Wassermann und Constance Mochar, dafür Sorge tragen, dass die Markierungen sichtbar sind und Schlaglöcher am Strandbadparkplatz entsprechend beheben“, ärgert sich tags darauf Bürgermeister Christian Scheider (Liste Scheider) in einer Aussendung.

Mehr kostenpflichtige Parkplätze

Aufgrund der Parkgebühren beim Strandbad und bei der Universität würden die Autos zudem auf den kostenlosen Parkplätzen vor den Ausflugszielen Minimundus und Reptilienzoo Happ abgestellt. „Laut Frau Happ sind die Parkplätze ab 10 Uhr voll, sodass Besucher der Ausflugsziele keinen Platz mehr finden. Die derzeitige Situation sei absolut geschäftsschädigend“, heißt es weiter.

„Wenn schon Parkgebühren eingehoben werden, dann bei allen von den Stadtwerken betriebenen Bädern (auch Loretto und Maiernigg, Anm.), beim Minimundus-Parkplatz und beim Park-and-Ride-Parkplatz beim Bahnhof Klagenfurt West. Es wäre vernünftig gewesen, dies von Anfang an so zu handhaben“, wird Scheider zitiert. Der Bürgermeister stimmte im November 2024 im Stadtsenat gegen den Grundsatzbeschluss zur Einführung der Gebührenpflicht, die anschließende Beschlussfassung im Gemeinderat erfolgte jedoch einstimmig.

Ronald Rabitsch vertritt als Zentralbetriebsrat 8000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kabeg
Ronald Rabitsch (SPÖ) reagiert scharf auf Scheiders Aussendung © Markus Traussnig

Wassermann kontert

Nicht nur deshalb reagiert Verkehrsreferentin Sandra Wassermann (FPÖ) verwundert über Scheiders Äußerungen. „Derzeit arbeiten wir in ganz Klagenfurt an neuen Markierungen. Wir beurteilen vom Standpunkt der Verkehrssicherheit, was zuerst gemacht wird. Gleiches gilt für die Schlaglöcher, wobei hier auch die Budgetproblematik zum Tragen kommt.“ Was die Ausweitung der Gebührenpflicht auf die umliegenden Parkplätze betrifft, so hätten Finanzreferentin Constance Mochar (SPÖ) und sie den zuständigen Abteilungen im Magistrat längst den Auftrag gegeben, ein entsprechendes Konzept auszuarbeiten. Dabei soll auch geklärt werden, was die Vergebührung des Park-and-Ride-Parkplatzes für Pendler bedeutet. „Der Bürgermeister müsste das alles wissen“, sagt Wassermann. Das bestätigt Mochar, die über Scheiders Äußerungen ebenfalls überrascht ist.

Schärfer fällt das Statement von Vizebürgermeister Ronald Rabitsch (SPÖ) aus: „Ich frage mich, ob Christian Scheider bei der letzten Budgetklausur nur physisch dabei war. Denn dort haben wir den Fahrplan zur Ausweitung der Gebührenpflicht detailliert besprochen.“ Und als Nachsatz: „Politik ist kein Beliebtheitswettbewerb. Scheider und sein neuer Vizebürgermeister Patrick Jonke können um öffentliche Gunst buhlen, so viel sie wollen – solange die ‚Hausaufgaben‘ nicht erledigt sind, bleibt das bloße Selbstdarstellung.“