Was wünschen sich sechsjährige Buben? Ein Fahrrad, Berge von Erdbeereis, vielleicht eine eigene Ritterburg. Der größte Wunsch von Luca aus Obervellach ist vor drei Monaten in Erfüllung gegangen: Er bekam eine neue Niere – und damit ein neues Leben.

„Mein Sohn hatte von Geburt an eine polyzystische Nierenerkrankung. Seine Nieren waren voller Zysten und viel zu groß“, berichtet Mutter Margit Zlöbl. Vier Kilo wog Luca bei seiner Geburt, „ein Kilo davon hatten die Nieren“. Dem Neugeborenem mussten beide Organe entfernt werden. Mittlerweile ist Luca sechs Jahre alt – und hat drei Nierentransplantationen hinter sich. Zwei gingen daneben, erst beim dritten Versuch, im vergangenen Dezember, hat alles geklappt.

Jetzt sitzt Luca fröhlich hinter dem Küchentisch daheim im Mölltal und spielt mit Knetmasse. Weil Besuch kommt, muss er einen Mundschutz tragen. Was ihn nicht davon abhält daraufloszuplaudern. „Hallo, mir geht´s gut!“, ruft Luca zur Begrüßung.

Blutwäsche

Sechs Jahre lang verbrachte der Bub fast mehr Zeit im Krankenhaus als zuhause. Sechs Jahre lang musste er jeden zweiten Tag zur Dialyse nach Graz, um zu überleben. Bei jedem Wetter fuhr Luca samt Mutter oder Oma mit dem „Grünen Kreuz“ vom Mölltal in die „Uniklinik für Kinder- und Jugendheilkunde“. Das heißt: Sechs Stunden Autofahrt, fünf Stunden Blutwäsche. Jeden Montag, jeden Mittwoch, jeden Freitag. „Und das waren die guten Zeiten“, sagt Margit Zlöbl. In den schlechten Zeiten musste Luca nachts mit Blaulicht ins Spital gebracht werden oder durchgehend im Krankenhaus bleiben.

Mehr als einmal war der Bub dem Tod näher als dem Leben. „Bei der zweiten Transplantation wäre Luca fast gestorben“, schildert die Mutter. Vater Gernot, Bruder Nico (heute 18) und Mutter Margit Zlöbl hatten sich sogar schon verabschiedet – von ihrem Luca. „Doch dann kämpfte er sich zurück ins Leben. Ein Wunder“, sagt Margit Zlöbl und kann die Tränen nicht mehr halten. „Jetzt plärrt die Mama“, kommentiert Luca trocken und bringt seine Mutter damit zum Lachen.

Der Familie ist es ein Bedürfnis, ihre Geschichte öffentlich zu machen. „Ohne die Ärzte und Krankenschwestern der Pädiatrischen Intensivstation hätte Luca nicht überlebt. Deshalb möchten wir diesem tollen Team danken.“

2014 kam Luca auf eine Hochrisikoliste für Organspender. Am 22. Dezember war es so weit. Endlich: Luca erhielt eine neue Niere. „Diese Transplantation lief perfekt“, strahlt Zlöbl und zeigt ein berührendes Foto: Luca nach der OP in einem Isolierzimmer. Es war der 24. Dezember. In seinem Zustand durfte Luca das Bett nicht verlassen. „Da trugen die Schwestern und Ärzte einen Christbaum vor sein Zimmer. Durch die Glastüre sah Luca den Baum und mit einer Fernbedienung durfte er die Lichter einschalten. Luca fährt noch heute gerne zu seinen Ärzten Siegfried Rödl, Gerfried Zobel und deren Team.“

Ein größeres Kompliment gibt es wohl nicht. Doch jetzt genießt Luca erst einmal die Zeit zuhause – ganz ohne Dialyse. Bald soll er regelmäßig in den Kindergarten gehen.
„Darauf gfrei i mi voll,“ sagt Luca.

MANUELA KALSER