Während in der öffentlichen Debatte laut über wirtschaftliche Auswirkungen spekuliert wird, finden unbemerkt in der Stille finanzielle Dramen statt. Seit sieben Jahren betreut „Kärntner in Not“ eine mehrköpfige Familie. „Ich weiß, dass wir nicht der Norm der Gesellschaft entsprechen. Aber wir sind glücklich!“, sagte beim ersten Kennenlernen die alleinerziehende Mutter. Sie betreut ihre zwei autistischen Kinder und hat die Geschwister vorbildlich durch die Schul- und Berufsausbildung begleitet. Eines der behinderten Kinder erreichte die Volljährigkeit, verlor vorerst den Anspruch auf die Familienbeihilfe und die Mitversicherung bei der Mutter. Es konnte alles geklärt werden, doch die Wochen der Klarstellung kosteten Zeit und Kraft und brachten die finanzielle Situation in eine bedrohliche Schieflage. Die Mutter ist mit den einst für sie gesammelten Spenden extrem sparsam umgegangen, so dass immer noch für sie reservierte Mittel im Spendentopf liegen. Mitten hinein in die belastende Zeit kam die Krebsdiagnose eines weiteren Kindes. Dieses ist mittlerweile so schwach, dass ein Rollstuhl benötigt wird. Bescheiden hat die Mutter ein günstiges Exemplar auf Willhaben gekauft, „Kärntner in Not“ konnte sie dabei und bei den Abrechnungen für Betriebs- und Heizkosten unterstützen.

Extremsituationen durchleben auch die Familien der aktuellen Spendenaktion. Isabel, Silvio, Lisa, Michael und Ella sind die Pseudonyme der betroffenen Kinder, deren Anonymität auch bei den Fotos (siehe oben) gewahrt wurde. Deshalb haben Lian und Lina die fünf gedoubelt. Heute treten sie einmal kurz vor den Vorhang, weil sie ihre Sache wirklich super gemacht haben.

Liam und Lina haben im Herbst unseren Kindern der Weihnachtsaktion ein „Bild“ gegeben. Sie waren äußerst konzentriert bei der Sache. Besonders schwer fiel es, den Anweisungen des Fotografen zu folgen und dabei nicht in die Kamera zu schauen. Danke für Euren Einsatz!
Liam und Lina haben im Herbst unseren Kindern der Weihnachtsaktion ein „Bild“ gegeben. Sie waren äußerst konzentriert bei der Sache. Besonders schwer fiel es, den Anweisungen des Fotografen zu folgen und dabei nicht in die Kamera zu schauen. Danke für Euren Einsatz! © KLZ / Weichselbraun Helmuth

Kürzlich hat „Kärntner in Not“ wieder bei Silvio vorbeigeschaut. Leider hat sich seit dem letzten Kontakt keine gravierende Besserung eingestellt, er kämpft mit der richtigen Medikation, um seine durch den Autismus bedingten aggressiven Schübe in den Griff zu bekommen. Es ist verständlich, dass die Umwelt schwer damit umgehen kann, aber wie anstrengend es für Silvio selbst ist, kann wohl kaum jemand erahnen. Denn im Moment, wo die Aggression hinaus will, ist ihm sein Fehlverhalten schon gleich bewusst. Er zieht sich dann am liebsten in seine „Höhle“ zurück (ein mit Vorhängen und Teppichen geschützter Platz unter der Treppe, wo er herunterkommen kann). Wenn Silvio dann höflichst mitteilt, dass er wieder aus der Höhle herauskommt, ist man tief berührt. Seine in den ersten Lebensmonaten als Frühchen ausgebildete Essstörung kann Silvio nur in seiner Höhle überwinden, als wäre Nahrung für seinen schmalen, kleinen Körper eine Bedrohung. Barrierefreie und sicherheitstechnische Umbaumaßnahmen waren notwendig, die „Kärntner in Not“ finanziell unterstützen konnte.

Michael durchlebt bedrohliche Wochen. Schwere Infekte belasten das kleine Kind extrem. Mit Hilfe von „Kärntner in Not“ konnte zumindest das Zuhause barrierefrei adaptiert werden. Ellas Frohnatur motiviert die kämpferische Mutter, alle Unwegbarkeiten des Alltags durchzutauchen. Und Isabel und Lisa stehen in den Startlöchern für ihre von „Kärntner in Not“ finanzierten Spezialtherapien.