Waltraud Hofer hat sich selbst eine ganz besondere Aufgabe gegeben: Sie begleitet Menschen im letzten Lebensabschnitt und weicht bis zum Schluss nicht von deren Seite. "In mir gab es eigentlich schon immer den Wunsch, für Menschen da zu sein, ihnen die Angst zu nehmen", sagt Hofer. 2016 macht die Feldkirchnerin dann die Ausbildung zur Hospizbegleitung, 2020 folgt der Aufbaulehrgang zur Trauerbegleitung Angehöriger. Heute ist sie vor allem in den Pflegeheimen Haus Abendruh sowie im Ernst-Schwarz-Haus der Diakonie tätig, macht aber auch Hausbesuche und unterstützt Angehörige. "Für mich ist es ein Geschenk und eine Ehre, dass ich die Menschen in dieser Phase ihres Lebens überhaupt begleiten darf. Das ist etwas ganz Besonderes", erklärt die ehrenamtliche Helferin.

Dabei ist sie teilweise lange Zeit an der Seite der zu pflegenden Personen. "In erster Linie mache ich in den Heimen, und teilweise auch bei zu Hause Gepflegten, Lebensbetreuung. Ich spreche viel mit den Leuten, wir gehen spazieren, spielen etwas, singen oder hören Musik", erzählt Hofer. Wenn sich der Zustand dann verschlechtert, und auch die Angst größer wird, weicht die Feldkirchnerin ihnen nicht mehr von der Seite. "Ich versuche so gut wie möglich, die Angst zu nehmen. Ihnen zu zeigen, dass sie nicht alleine sind und sie zu beruhigen. Ich möchte dabei natürlich auch eine Unterstützung für die Angehörigen zu sein." Viele Hinterbliebene unterstützt sie auch noch nach dem Entschlafen des Patienten. Es geht darum, den Leuten zu helfen, nach einer traumatischen Erfahrung wieder zurück ins Leben zu finden.

Als Ausgleich und um die vielen Eindrücke aufzuarbeiten und die eigenen Ressourcen zu schonen, geht Hofer viel in der Natur spazieren. Außerdem führt sie ein Trauerbuch, in dem sie Geschichten der Betreuten und eigene Eindrücke festhält, um die teilweise sehr starken Emotionen zu verarbeiten. "Die Menschen öffnen ihren Lebenskoffer für dich, und bringen dir so viel Vertrauen entgegen. Es ist eine solch ehrenvolle Aufgabe sie auf ihrer letzten Reise zu begleiten, und ich bin jeden Tag dankbar, diese Aufgabe erfüllen zu dürfen!"

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