Da staunten Nathalie Lackner (28) und ihr Lebensgefährte Domenik Diemling (30) vom Thamer Hof in Sirnitz nicht schlecht, als sie vier Lämmer in ihrem Stall entdeckten. „Mein Lebensgefährte und ich sind von der Arbeit nach Hause gekommen. Als ich gerade aus dem Auto ausstieg, meinte mein Mann ganz aufgeregt, dass in unserem Stall vier Lämmer sind. Wir wussten zuerst gar nicht, zu welchem Muttertier sie gehören", erklärt Lackner mit einem Lächeln.
Doch der Sache wurde nachgegangen - und da bemerkten die Landwirte: Das Suffolk-Schaf Marie hatte eine Vierlingsgeburt gehabt und das ganz ohne Hilfe. Mittlerweile sind die vier Lämmer – allesamt weiblich – wohlauf und haben auch schon einen Namen bekommen. Mia, Maja, Mäggy und Murray - „Mein Lebensgefährte und ich sind große KAC-Fans. Am Tag der Vierlingsgeburt war leider der tragische Vorfall von Jordan Murray", erklärt Lackner. An jenem Tag, es war der 10. März, war KAC-Verteidiger Jordan Murray beim Viertelfinalspiel in der 18. Spielminute ohne ersichtlichen Grund kollabiert und hatte auf der Spielerbank das Bewusstsein verloren. Erst eine minutenlange Reanimation des rasch zur Hilfe eilenden Ärzte- und Sanitätsteams konnte den Kanadier stabilisieren.
„Wir haben den Namen wohl als ein Symbol der Hoffnung ausgewählt“, erklärt Lackner. Am Thamer Hof gibt es mit den Lämmern somit 21 Schafe. Aber nicht nur das. „Wir haben auch Kühe, Schweine, Hühner, Enten und auch Ziegen, wobei die Ziegen das Hobby von unserem neunjährigen Sohn Jonas sind“, erklärt die 28-Jährige.
Geburt ist eine Seltenheit
Eine Vierlingsgeburt bei Schafen ist eine Seltenheit, bestätigt auch Eduard Penker, Geschäftsführer des Schaf- und Ziegenzuchtverbands Kärnten: „Zwillinge und Drillinge gibt es immer wieder mal, aber eine Vierlingsgeburt liegt im Schnitt unter einem Prozent. Dass dann alle vier Lämmer gesund und alleine zur Welt kommen und überleben, ist eine Seltenheit.“
Wenn man die Vierlinge ansieht, fällt eines auf: ihre schwarze Farbe: „Das ist bei den Suffolk-Schafen so, als Lämmer sind sie schwarz, mit der Zeit färbt sich die Wolle ins Beige, der Kopf und die Füße bleiben schwarz“, erklärt Lackner. Die Lämmer sind wohlauf. „Zwei sind etwas größer, die anderen etwas kleiner. Wir werden wohl jetzt anfangen, ihnen ein Fläschchen zu geben, damit sie groß und stark werden. Doch am Hof herrscht gerade ein Geburtenboom. Wir hatten in diesem Jahr schon Zwillingsgeburten bei Kälbern und anderen Schafen.“
2015 haben Lackner und ihr Lebensgefährte nach einem Schicksalsschlag den landwirtschaftlichen Betrieb übernommen. „Wir haben das Ganze gemeinsam aufgebaut. Seit wir den Hof übernommen haben, waren immer Schafe hier. Zuerst hatten wir Walliser-Schafe. Vor ein paar Jahren wechselten wir zu Suffolk-Schafen und zum blauen Texel. Das Walliser-Schaf ist eine gängigere Rasse in Kärnten. Der blaue Texel ist eher eine Seltenheit“, erklärt die Landwirtin, die nebenbei beim Eurospar Bernhard in Feldkirchen arbeitet. Diemling ist nebenbei Lkw-Fahrer. Gemeinsam zieht die Familie an einem Strang. „Langweilig wird uns nicht, aber gemeinsam schaffen wir das.“