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Umweltskandal

Vorwürfe gegen Görtschitztaler Zementwerk verdichten sich

Ursache für Austritt des giftigen Hexachlorbenzols scheint gefunden: Im w&p-Werk wurde offenbar zu viel Blaukalk bei zu niedriger Temperatur verbrannt. Land hat Verwaltungsstrafverfahren eingeleitet.

Die w&p-Zementfabrik ist einer der größten Arbeitgeber im Görtschitztal
Die w&p-Zementfabrik ist einer der größten Arbeitgeber im Görtschitztal © APA/GERT EGGENBERGER
 

"Der Verursacher scheint festzustehen.“ Obwohl Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) gestern nach dem Krisengipfel zum Görtschitztaler Umweltskandal keinen Namen nannte und „niemanden vorverurteilen will“, ist klar, wen er meint: die w&p Zementwerke.
Seit Bekanntwerden des Skandals steht das Unternehmen im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. w&p wird vorgeworfen für den Austritt des giftigen Hexachlorbenzols (HCB) verantwortlich zu sein. Das Land Kärnten hat seine Verdachtsmomente bereits in einer Verwaltungsstrafanzeige gegen das Unternehmen zusammengefasst. Laut Albert Kreiner, Leiter der Abteilung 7 (Wirtschaftsrecht und Infrastruktur) in der Landesregierung, soll es „Unkorrektheiten bei der Verbrennung von Abfallstoffen“ gegeben haben. Die Bezirkshauptmannschaft als zuständige Behörde ermittelt.

Gutes Geschäft

Jetzt sind weitere Details zu dem Umweltdesaster bekannt geworden: Laut Bescheid vom Dezember 2010 darf w&p Blaukalk verbrennen, der aus der nur wenigen Kilometer entfernten Deponie der Donau Chemie in Brückl kommt. Für alle Beteiligten ein gutes Geschäft: 40 Millionen Euro kostet das Projekt. Davon zahlt der Bund über die Altlastensanierung 25 Millionen Euro, 15 Millionen kommen von der Donau Chemie. Und w&p? Sie bekommen für jede entsorgte Tonne Blaukalk bezahlt und gewinnen zudem eine Beigabe zur Zementproduktion.

Eine konkrete Menge, wie viel von der Altlast zugefügt werden darf, ist in dem Bescheid nicht festgeschrieben. Das hält auch w&p-Werksleiter Berndt Schaflechner in einer Aussendung fest. Dafür ist eine Temperatur fixiert: Bei 850 bis 1100 Grad Celsius soll der Blaukalk in den Verbrennungskreislauf kommen. Damit soll eine rückstandslose Vernichtung des Giftstoffes gewährleistet sein.

Sieben statt zwei Tonnen?

Genau da scheint das Problem zu liegen. Die vorgeschriebenen 850 bis 1100 Grad können offenbar nur an bestimmten Stelle im Werk erreicht werden. An dieser können angeblich aber „nur“ zwei Tonnen Blaukalk pro Stunde verbrannt werden. Offenbar hat man bei w&p eine andere Stelle gefunden, an der bis zu sieben Tonnen Blaukalk pro Stunde verheizt werden können. Dort betrug die Temperatur nur rund 450 Grad. „Bei aktuell laufenden Untersuchungen hat sich leider her-ausgestellt, das Blaukalk an einer für HCB-Emissionen hinsichtlich Temperatur nicht optimalen Stelle eingebracht wurde“, sagt Schaflechner.

Folge: Der Kalk wurde nicht rückstandslos verbrannt, das giftige HCB gelangte durch den Kamin in die Luft.

JOCHEN HABICH

Kommentare (15)

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terpetzen
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Profit - Optimierung

Viele Kommentare beziehen sich noch immer auf eine "Schuld" des Umwelt-Referenten. Scheinbar wurde der Artikel nicht gelesen:
"Dort betrug die Temperatur nur rund 450 Grad. „Bei aktuell laufenden Untersuchungen hat sich leider her-ausgestellt, das Blaukalk an einer für HCB-Emissionen hinsichtlich Temperatur nicht optimalen Stelle eingebracht wurde“, sagt Schaflechner."
Also das ewig neue Spiel, die Profitoptimierung. Diese müssen zur Verantwortung gezogen werden; mit Schadenersatz- und hohen Strafzahlungen!
Kassiert haben sie ja für eine korekte Entsorgung, oder ?

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einheimischer
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Diese Kasperlpartei von Grünen wahlt ja nicht irgendeiner....und ist auch noch stolz drauf...rausgeworfene Stimmen sind das...egal welche farbe man wählt

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aiuto
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ich bin schon drauf gespannt, wer letztendlich

als Schuldiger dastehen wird !?

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dasschauichmiran
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Beigabe zur Zementproduktion...

Verstehe ich das richtig, dass jetzt auch der hergestellte Zement kontaminiert ist? Besteht somit auch in unseren Häusern Gefahr, mit HCB vergiftet zu werden?

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tom2
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Nein, ich glaub der Bericht ist da unpräzise. Um Klinker herzustellen brauchts ca. 1400 Grad und dabei würde das HCB sehr gut verbrennen. Was im Artikel glaub ich gemeint ist, ist die Stelle der Einbringung des Blaukalks. Der Ofen arbeitet im Gegenstromprinzip, d.h. die Abgase strömen in die entgegengesetzte Richtung zum Rohmaterial und werden zu dessen Vorwärmung verwendet. Die Temperaturen in den Vorwärmstufen sind deutlich geringer, würden aber vereinfacht beschrieben zu einem verstärktem Ausgasen des HCB führen, welches mit dem kühleren Abgasstrom fort getragen werden kann und dessen Anteil somit gar nie den Drehrohrofen erreicht.
Das Endprodukt ist da eher anfällig auf schwer flüchtige Schwermetalle ;-)

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wichtschas
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Blaukalk...........

Also unsere Politiker und auch W&P haben das Glück das unsere Landwirte nicht Franzosen sind,sonst wäre die Jauche und der Mist schon vor den zuständigen Türen abgelagert worden.

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htdxddouy06r457rkkngapi9u3kc809e
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nun...

also im Lavanttal, im Möll- & Bärental sowie in Himmelberg?
.
bestes Gelingen & Grüße

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seppvong
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Nein in Klagenfurt, Villach, Griffen und bei ihnen zu Hause!

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htdxddouy06r457rkkngapi9u3kc809e
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nun...

Häuser in Wolle...
.
beste Grüße

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gsauer
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jo genau

und bei die kärntner slowenen

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hotchef
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ist halt immer das selbe

am Papier schaut alles so schön aus. Aber dann kommt ein Direktor und will alles etwas billiger machen, weniger Kosten auflaufen lassen und den Unterschied als fetten Gewinn einstreichen.... Wird schon keiner was merken. Der Wind wird den Dreck schon wegblasen... Von den Aktionären kann man ja kein Geld mehr zurückverlangen. aber die Direktion und das Management kann,soll und muss zur Verantwortung gezogen werden.
Aber auch Bürgermeister die auch katzgebuckelt haben.Beide Werke sind ja die größten Arbeitgeber in der region.
nach der -Streitkultur- in Radio Kärnten habe ich mir wohl gedacht, was für Pflaumen werden da gewählt von euch....

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seppvong
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Wie sagt Holub! Politiker dürfen auch Fehler machen!
Bei ihm kann es keinen Fehler gegeben haben denn er hat in Causa Görtschitztal bis jetzt nicht gearbeitet!

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gsauer
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A so a Stink.

vor einigen Monaten is er noch mit Pfeiferl durchs Land maschiert und alle schlecht gemacht mit nassen Fetzen gehört er hinausgeworfen

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Sommerzeit
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Peinlicher Holub

Treten Sie bitte zurück

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Momi60
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Nein, nicht zurücktreten ....

Ab ins Görtschitztal in an nassen Fetzen gewickeklt. Und die Anderen glei daneben. Anstatt immer nur Altes zu beschimpfen soll man endlich eben keine soooo großen Fehler mehr machen, noch dazu wo man weiß, dass Fehler nie vergessen werden.... weil die Nachkommenden ja a Arbeit beim aufdecken haben müssen. In der Zeit brauchen sie sonst für die Gegenwart nit zu viel tuan! Wie halt immer schon!

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