Vereinsmitglied, das war man früher oft sogar auf Lebenszeit. Als Obmann angesehen im ganzen Ort und darüber hinaus. Das Vereinswesen ist in Kärnten weiter ein gesellschaftlicher Anker für Zigtausende Menschen aus allen Bereichen. Die Strukturen haben sich in den vergangenen Jahren aber merkbar und wohl nachhaltig verändert.
Zwei Probleme gehen damit einher: zum einen die bekannte Überalterung, zum anderen eine Scheu vor offiziellen Positionen. "Es wird immer schwerer, Personen zu finden, die sich für formale Funktionen eintragen lassen wollen", sagt Doris Rottermanner vom Kärntner Bildungswerk, das landesweit 450 Vereine betreut und unterstützt. Mit Vorträgen wie "Vorstandsmitglieder dringend gesucht" oder "Stabilität in stürmischen Zeiten: Wie die Vereinsarbeit nicht zur Belastung wird" versucht man gegenzusteuern und neue Ansätze für die Zukunft zu schaffen. Nicht nur im Bereich von Kunst und Kultur, auch für Sportvereine oder Feuerwehren. Das weitere Herbstprogramm ist noch in Planung.
Überalterung droht
Vereinswesen ändert sich: Junge wollen nicht mehr Obmann sein
Überalterung, Corona und eine Scheu vor Funktionen haben das Vereinswesen in Kärnten verändert. Verpflichtungen seien bei jungen Menschen nicht immer gefragt. Das Bildungswerk will gegensteuern.
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