Im Monat Oktober stößt man immer wieder auf sie: die kleinen rosa Schleifen. Sie sind das sichtbare Zeichen der "Pink Ribbon"-Initiative im Kampf gegen Brustkrebs. Die Aktion gibt es in Österreich seit genau 20 Jahren. Im "Brustkrebsmonat" Oktober erinnern die rosa Schleifen unter anderem an die Wichtigkeit der Mammografie. Und das ist, wie auch Kärntner Mediziner beobachten, wichtiger denn je. Denn die Krebsvorsorge hat unter der Coronapandemie gelitten. Die Folge: In den vergangenen Monaten wurden mehr Mammakarzinome (Brustkrebs) im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert.

"Mittlerweile kommen die Frauen wieder vermehrt zur Vorsorge. Gefühlt sind wir aber noch nicht da, wo wir vor der Pandemie waren. Dabei gibt es keinen Grund mehr, Vorsorgetermine nicht wahrzunehmen", appelliert Johannes Lermann, Leiter des Brustgesundheitszentrums am Klinikum Klagenfurt. Neben jenem in der Landeshauptstadt gibt es in Kärnten noch zwei weitere zertifizierte Brustzentren – eines in Villach und eines in St. Veit.

Johannes Lermann ist Leiter der Gynäkologie und des Brustgesundheitszentrums am Klinikum Klagenfurt
Johannes Lermann ist Leiter der Gynäkologie und des Brustgesundheitszentrums am Klinikum Klagenfurt
© Hitzberger/Kabeg

Jährlich erkranken in Kärnten rund 400 Frauen an Brustkrebs, weitere 60 müssen wegen einer Krebsvorstufe behandelt werden. Mammakarzinome sind mit 27 Prozent aller Krebsfälle bei den Frauen die häufigste Krebserkrankung. Die sogenannte Fünfjahresüberlebensrate liegt laut Lermann in Kärnten bei 88 Prozent. Das bedeutet, dass 88 Prozent der Frauen fünf Jahre nach der Diagnose noch leben. Lermann: "Wir liegen hier in Kärnten im internationalen Schnitt. Generell zeigt sich, dass Patientinnen, die in Brustzentren operiert werden, länger leben."

Weniger radikale Operationen

Meist besteht die Brustkrebstherapie aus dem Dreiklang Operation, Bestrahlung und medikamentöse Behandlung. Im Bereich der Chirurgie sei es in den letzten Jahren gelungen, mit weniger radikalen Operationen gleich gute oder bessere Heilungschancen zu erreichen als mit radikalen Verfahren, sagt Oberarzt Gregor Huber, der als stellvertretender Leiter das St. Veiter Brustzentrum koordiniert.

Gregor Huber ist stellvertretender Leiter des Brustzentrums in St. Veit
Gregor Huber ist stellvertretender Leiter des Brustzentrums in St. Veit
© Fuchs/KH St. Veit

Das Um und Auf ist aber, dass der Krebs so früh wie möglich erkannt wird. Elvira Bajzat, Radiologin in St. Veit, appelliert daher dringend an alle Frauen, die Krebsvorsorge wahrzunehmen. Frauen zwischen 45 und 69 erhalten zudem im Rahmen des Brustkrebs-Früherkennungsprogramms (BKFP) alle zwei Jahre ein Erinnerungsschreiben. Rund 58 Prozent der Frauen wurden damit erreicht.