KärntenWer im Privatsee badet, riskiert Klage

Viele Kärntner Seen sind in Privatbesitz. Schwimmen darf man dort meist nicht. Bundesforste bieten Badeplätze an.

An den großen Flüssen ist Baden erlaubt, wie hier im Freibach-Stausee im Rosental
An den großen Flüssen ist Baden erlaubt, wie hier im Freibach-Stausee im Rosental © KLZ/Traussnig
 

Ein Sprung in einen der vielen Kärntner Seen sorgt bei den aktuellen Temperaturen für Abkühlung. Doch Wasserratten müssen aufpassen: Nicht in jedem ist das Baden erlaubt. Wer in einem privaten Gewässer planscht, riskiert eine Besitzstörungsklage.

„Das ist so, als würde ich in einen fremden Vorgarten spazieren“, erklärt Barbara Pucker, stellvertretende Leiterin der Umweltabteilung des Landes. Bei privaten Gewässern gilt nämlich laut Gesetz der sogenannte kleine Gemeinbrauch. Das bedeutet, dass man dort Wasser schöpfen und Tiere tränken, aber nicht baden darf. „Das stammt aus einer Zeit, als es keine Wasserleitung gab und man dadurch sicherstellte, dass die Menschen Zugang zum Wasser haben“, erklärt Pucker. Ganz einfach ist aber selbst das nicht: Denn zu einem Privatsee gehen darf man nur, wenn ein öffentlicher Weg dorthin führt oder der See im Wald liegt. Denn in Wäldern besteht allgemeines Betretungsrecht. Ansonsten droht ebenfalls eine Besitzstörungsklage – mit Verfahrenskosten von rund 800 Euro.

In Kärnten befinden sich relativ viele Seen und Teiche in Privatbesitz, wie z. B. der Saissersee in der Gemeinde Velden, der im Besitz von Jakob Wrann ist: „Die Bevölkerung darf hier nicht baden“, sagt Wrann. Es gibt aber auch große Privatseen, wie den Faaker See. Pucker: „An solchen Seen haben Badbetreiber ein Grundstück gepachtet. Indem man Eintritt zahlt, darf man dort baden.“

Generelle Badeerlaubnis besteht in öffentlichen Gewässern, sofern man über öffentlichen Grund dorthin gelangt – was an den oft stark verbauten Kärntner Seen ein Problem darstellt. Die Österreichischen Bundesforste setzen sich daher für freie Seezugänge ein. Pressesprecherin Pia Buchner: „Am Wörthersee gibt es drei freie Naturbadeplätze von uns, jener im Klauberpark am Millstätter See ist neu.“ Uneingeschränkt baden darf man auch in vielen Flüssen. Bei Bächen muss man ebenfalls aufpassen: Diese gehören meist dem Besitzer des umliegenden Grundes.

Zwischen 0 Uhr und 6 Uhr ist das Erstellen von Kommentaren nicht möglich.
Danke für Ihr Verständnis.

lupinoklu
2
5
Lesenswert?

Kleiner Gemeinbrauch und Kärnten - in der selben Epoche

Ein weiteres Highlight unseres urlauberfeindlichen Bundeslandes. Dass der private Besitzer bei Verunreinigungen des Ufers seinen See schützt, ist zu verstehen. Aber das Baden zu verbieten, außer es handelt sich um einen Teich mit Fischzucht - Kärnten halt : mach Urlaub bei Feinden!

Antworten