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Neuer PrüfberichtKritik an zu langen Wartezeiten für Augen-Operationen

Landesrechnungshof nahm tagesklinische Leistungen unter die Lupe. Anteil in Kärnten steigt, aber in einigen Bereichen sehen Prüfer noch großen Aufholbedarf.

Bessere Kooperationen würden Wartezeiten verkürzen
Bessere Kooperationen würden Wartezeiten verkürzen © KLZ/Weichselbraun
 

Mehr als 14.000 medizinische Leistungen in Kärnten wurden 2016 in Tageskliniken erbracht. Um fast 5000 mehr als noch ein Jahr zuvor. Auch diese Zahlen zeigen, so der Landesrechnungshof (LRH) in seinem heute veröffentlichten Bericht, dass die Entwicklung im Bereich Tageskliniken eine positive ist. Kärnten konnte im überprüften Zeitraum (2012 bis 2016) seine Tagesklinik-Anteile deutlich erhöhen und sich im Bundesländervergleich vom letzten auf den dritten Platz verbessern, sagt LRH-Direktor Günter Bauer.

5600 Grauer-Star-Operationen

Laut Vorgaben des Bundes soll in acht Leistungsbereichen ein bestimmter Anteil in Tageskliniken erbracht werden. Bei Grauer-Star-Operationen sind es zum Beispiel 70 bis 90 Prozent. Kärnten konnte, so Bauer, in sechs der acht Bereichen die vorgegebenen Richtwerte erreichen. Die, nicht nur in Kärnten, häufigste durchgeführte tagesklinische Operation ist jenes des Grauen Star: Knapp 5600 gab es davon in unserem Bundesland im Jahr 2016.

Trotz dieser durchaus positiven Entwicklung sieht der LRH in einigen Bereichen noch großen Aufholbedarf: Dies betreffe „vor allem die Bereiche Augenheilkunde, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde und Allgemeinchirurgie“, so die Prüfer in ihrem Bericht. Noch deutlicher wird dieses Verbesserungspotenzial bei einem Vergleich jener tagesklinischer Leistungen, die in Österreich am häufigsten erbracht werden: Kärnten lag bei 28 von 50 Leistungen unter dem Durchschnitt, so Bauer.

Kooperation Klinikum mit AUVA

Der LRH kritisiert aber nicht nur, er schlägt auch Verbesserungsvorschläge vor: Etwa eine rasche Umsetzung der Kooperationen zwischen den Kärntner Krankenhäusern. „Die Einrichtung einer unfallchirurgischen Tagesklinik sollte im Rahmen des Projektes zwischen Klinikum Klagenfurt und der AUVA bedacht werden“, sagt LRH-Direktor Bauer. Wasser auf die Mühlen des Landes im Streit mit dem Bund über die Klinikum-UKH-Kooperation.

Eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen den Krankenhäusern würde sich auch positiv auf die Wartezeiten für Patienten auswirken, finden die Prüfer. Derzeit muss man auf eine Graue-Star-Operation in Klagenfurt durchschnittlich vier, am LKH Villach sogar neun Monate warten. Zudem empfiehlt der LRH „im LKH Villach die Reihung der Patienten verstärkt an der Dringlichkeit zu orientieren“. Dadurch könnte auch eine „Weiterreichung“ von Grauer-Star-Patienten ins Klinikum vermindert werden.

In Tageskliniken werden Patienten am selben Tag aufgenommen, operiert und wieder entlassen. Vor allem Eingriffe mit geringerem Risiko sollen an Tageskliniken durchgeführt werden, um so die weitaus teureren stationären Bereich in den Krankenhäusern zu entlasten.

"Zustände sind inakzeptabel"

„Der gegenständliche Bericht zeigt auf, dass signifikante Wartezeiten bei tagesklinischen Kataraktoperationen im Klinikum Klagenfurt im Durchschnitt bei vier Monaten und im LKH Villach bei acht bis neun Monaten liegen. Derartige Zustände sind einfach inakzeptabel und müssen abgestellt werden“, sagt FPÖ-Klubobmann Gernot Darmann, der auch Vorsitzender des Landtags-Kontrollausschusses ist. Es müsse seitens der Krankenanstalten Betriebsgesellschaft (KABEG) alles darangesetzt werden, die bereits 2011 überlegte Kooperation zwischen Klinikum Klagenfurt und LKH Villach im Bereich der Augenheilkunde bzw. Kataraktversorgung umzusetzen, um die Wartezeitenproblematik und die bisherigen Patientenströme in den Griff zu bekommen.

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