KärntenWenn der GIS-Kontrolleur zwei Mal klingelt

Wer GIS-Mitarbeitern die Tür nicht öffnet, erhält erst Post und, wenn nötig, Besuch von der Behörde. Und die hat ein Betretungsrecht.

In Kärnten bezahlen 210.002 Personen GIS-Gebühren
In Kärnten bezahlen 210.002 Personen GIS-Gebühren © Pismestrovic
 

"Einfach nicht hineinlassen." So lautet ein immer noch verbreitetes Mittel gegen GIS-Gebühren. Dass dieses Verhalten auf Dauer nicht zielführend ist, wurde einer Klagenfurterin jetzt schriftlich bestätigt. Zwei Wochen nachdem sie einem Kontrolleur der GIS die Tür vor der Nase zugeknallt hat, lag ein Brief in ihrer Post. Man würde gerne wissen, welche Rundfunkempfangseinrichtungen am betroffenen Standort betrieben werden.

Wird das „Auskunftsbegehren nach § 2 des Rundfunkgebührengesetzes“ innerhalb von 14 Tagen nicht oder falsch beantwortet, drohen ein Besuch der Bezirksverwaltungsbehörde und im Ernstfall eine Verwaltungsstrafe von bis zu 2180 Euro. Einziger Ausweg: „Wenn der Kunde wahrheitsgemäß angibt, dass keine Rundfunkempfangseinrichtung betrieben wird, wird das von der GIS natürlich so zur Kenntnis genommen“, sagt Gebühren-und-Infoservice-Geschäftsführer Harald Kräuter.

210.002 Kärntner zahlen Gebühren

Im Gegensatz zum GIS-Personal, das tatsächlich ohne Erlaubnis weder Haus noch Wohnung betreten darf, haben die Vertreter der Behörde ein Betretungsrecht. „Wir unterstellen mit dem Schreiben keinem Kunden, dass er Schwarzseher ist. Wir klären damit lediglich seine Empfangssituation. Es ist unsere gesetzliche Verpflichtung, alle Rundfunkteilnehmer zu erfassen“, sagt Kräuter. Im ersten Quartal werden in Kärnten rund 1500 dieser Auskunftsbegehren versendet. Auf Basis der von den Meldebehörden gelieferten Daten.

In Kärnten haben im Vorjahr 210.002 Personen GIS-Gebühren von 26,03 Euro entrichtet. 26.652 Personen waren aufgrund sozialer oder körperlicher Hilfsbedürftigkeit befreit. Die zehn Außendienstmitarbeiter in Kärnten sollen die Bevölkerung über die Gebühren aufklären, bei der Anmeldung unterstützen und „schwarze Schafe“ ausfindig machen. „Wir gehen davon aus, dass in Kärnten rund drei Prozent der Haushalte keine Rundfunkgebühr entrichten“, sagt Kräuter.

Kommentare (10)

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umo10
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GIS ist eine allgemeine Steuer

Ja, man kann immer diskutieren, ob eine Allgemeinsteuer zu hoch ist, aber nicht, ob sie nicht gezahlt wird. Alle europäischen Demokratien haben einen staatlichen Rundfunk/Fernsehen! Den braucht’s um gegen diese modernen Socialbots (sich im Gedanken im Kreis drehen) entgegenzuwirken. Ein Medium für allleee, für alt jung ungebildet und gebildet. Da muss man aber auch tolerant sein. Es ist nur viel leichter, wenn die Gebühr bei der Sozialversicherung dabei ist.

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WernStein
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Ich bezahle die ..

..GIS Gebühren!
Widerwillig, aber ich möchte meine Ruhe haben.

Und widerwillig, weil mir die ORF - Werbeflut schon so auf den Keks geht, dass ich lieber auf deutsche Sender mit viel weniger Werbung zurückgreife!
War es nicht der ORF, der immer damit geworben hat, keine Werbeunterbrechungen zu machen?
Was passiert mittlerweile bei jeder Sportsendung x-Mal?
Ich muss im Endeffekt für die Werbung zahlen, die dem ORF ohnehin die Kohle bringt.

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rettung144
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unglaublich

Immer diese drohende Strafe von 2180€ und besuch der Bezirksverwaltungsbehörde. Die Bezirksverwaltungsbehörde/ gerichtsvollzieher kommt nur dann wenn die GIS beweisen kann das an der adresse Tv/Radio Geräte betrieben werden. Das kann die GIS aber nicht, weil nur zu sagen als ich an der Türe stand habe ich den Tv gehört ist kein Beweis. Kein Richter stellt eine andordnung auf nachschau aus wenn keine wirklichen Beweise vorliegen.

Alles nur Drohungen die im nichts verlaufen

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meinekritik
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Befreiung

Wir hatten immer eine Befreiung wegen niedrigem Einkommen, nun wird die Lehrlingsentschädigung unseres Sohnes mit eingerechnet und wir bekommen die Befreiung nicht mehr. das Geld unseres Sohnes steht uns nicht zur Verfügung da er für seine Lebenserhaltung damit selber aufkommt. dies sollte anders geregelt werden. 50,00 Euro im Monat ist mM nach zu hoch!

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saag
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Gis Gebühren

Eine meine Wohnung kommen sie nur mit einem Hausdurchsuchungsbefehl.
Und fertig.

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agility
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so ein Blödsinn

Unwissen schützt vor Strafe nicht. Und ganz ehrlich! In welchem Haushalt gibt es weder Radio noch Fernseher oder Computer und Empfangsmögliche Handys? In Österreich kennt jeder Migrant seine Möglichkeiten um Befreiungen. Ein bisschen Interesse an Gesetzen und Verpflichtungen ist immer notwendig. Wenn die Dame nichts zu verbergen hat, warum dann dieses Verhalten.

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rettung144
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unwissenheit

Für Handy,Pc,Laptop Tablet usw zahlt man keine GIS

Ich kenne genug die keinen Tv oda Radio haben aber dafür oben genannte Geräte und eben alles Streamen

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the_critic
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Unwissen auf Ihrer Seite

Allein Ihre Aufzählung " In welchem Haushalt gibt es weder Radio noch Fernseher oder Computer und Empfangsmögliche Handys?" sagt mir, dass sie ihr Wissen über die GIS Zahlungspflicht etwas auffrischen sollten.

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aktivearbeitslose
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Seltsamer Artikel

Woran wird nun fest gemacht, dass die vermutete Falschaussage eine Begehung durch die Behörde rechtfertigt?

Aus dem Artikel selbst geht ja nicht hervor, dass die Frau falsche Angaben gemacht hätte.

Und nicht vergessen: Über einen Augenschein hat die Behörde natürlich eine NIEDERSCHRIFT zu verfassen!

Was soll das für ein "Journalismus" sein, der nicht einmal imstande ist, eine Nachricht nach den klassischen Regeln ausreichend bestimmt zu schreiben?

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archiv
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Fehlende Informationen....

- Warum gibt es im Fernsehen und im Radio keine Informationen zu den möglichen GIS-Gebührenbefreiungen (Anspruchsberechtigungen und Einkommensgrenzen)?

- Wann und wo informiert die GIS, dass sich einkommensschwache Haushalte unter bestimmten Voraussetzungen auch von den Ökostromkosten teilbefreien lassen können (= durchschnittlich 100 Euro pro Jahr und Haushalt)?

- Wann und wo informiert die GIS, dass einkommensschwache Haushalte unter bestimmten Voraussetzungen auch einen Zuschuss zu den Telefon- bzw. Handygebühren beatragen können (bis rund 10 Euro mtl.)?

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