In der Kärntner SPÖ gibt es seit Jahren die Nachwuchsakademie, jetzt hat auch die ÖVP-Landespartei ihre Kaderschmiede bzw. einen Campus Süd - in Kooperation mit der steirischen ÖVP und dem Campus Tivoli (Präsident Wolfgang Sobotka) der Bundespartei in Wien. Sobotka und Parteichef Martin Gruber skizzierten am Mittwoch in Klagenfurt das Campus-Ziel, politische Weiterbildung stärker zu den Menschen zu bringen und Funktionärinnen und Funktionäre gezielt zu unterstützen. Aktuell mit Blick auf die Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen im Feber 2027. Wie schwer es sei, Bürgermeister- bzw. Spitzenkandidaten zu finden? „Nicht schwerer als bei der letzten Wahl“, sagt Gruber. Nachsatz: „Leicht war‘s nicht.“

„Brauchen junge Leute“

Gruber weiß: „Politik ist Handwerk und Handwerk muss man lernen.“ Man brauche dringend junge Menschen, die sich für Politik interessieren und bereit seien, Verantwortung zu übernehmen und Zukunft zu gestalten. „Es ist eine sinnstiftende Aufgabe.“ Wobei erschwerend sei, „dass Politik in der allgemeinen Darstellung oft nur auf Fehler und vermeintlichen Streit fokussiert wird, nicht aber die vielen guten Entscheidungen dargestellt werden“.

In der ÖVP-Parteizentrale in Klagenfurt steht ein Seminarraum für den Campus Süd parat
In der ÖVP-Parteizentrale in Klagenfurt steht ein Seminarraum für den Campus Süd parat © KK/ÖVP

Der in der Landespartei in der Klagenfurter Herrengasse angesiedelte Campus Süd hat drei Säulen: Präsenzseminare in Klagenfurt und Graz, Online-Seminare sowie ein Trainee-Programm für junge Leute, vier sind es zum Start. Die Campus-Angebote sollen motivieren, sich mit Politik zu beschäftigen und das Rüstzeug dafür liefern. In Seminaren im ersten Semester geht es etwa um KI-Einsatz in der Gemeindeparteiarbeit, ums Argumentieren, um gelungene Politauftritte via Social Media, oder um „Hilfe, wir haben noch keine(n) Spitzenkandidaten/in“ sowie um Rechtliches zur Gemeinderatswahl.

Sobotka strich politische Bildung als zentralen Baustein für eine lebendige Demokratie hervor. Wichtig sei, politische Bildung noch weiter in die Regionen zu bringen und zu dezentralisieren.