Es sei kein Wunder, dass Bildungsminister Christoph Wiederkehr mehr Informatik in der Schule wolle, „er wird schließlich von einer KI gesteuert“. Mit diesem Einstieg macht Satiriker Peter Klien in der aktuellen Episode von „Gute Nacht Österreich“ klar, dass er den Plänen für eine Unterrichtsreform wenig abgewinnen kann. Oder wie es Altphilologe Klien ausdrückt: „Da verschlägt es einem die Red‘, wenn Sprachen gekürzt werden.“
Neben dem Verweis, wie oft sich Latein in Alltagsbegriffen findet - etwa in zwölf von zwölf Monatsnamen - wird Klien aber auch journalistisch. Denn in der Umfrage, auf deren Basis die Reduzierung der Latein-Stunden argumentiert wurde, wurden auch Menschen befragt, die nie mit dem Latein-Unterricht in Kontakt kamen. Auch in einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts von Peter Hajek, die den Reformwunsch abbilden sollte, sei Latein nie Thema gewesen, argumentiert Klien.
Dass Latein nicht das Lieblingsfach vieler Schülerinnen und Schüler sei, verstehe Klien. „Der Gallische Krieg von Caesar ist so fad, von mir aus hätte ihn Brutus schon 15 Jahre früher erdolchen können.“ Die Beschäftigung mit Latein sei aber vielmehr wie ein Besuch im Fitnessstudio - sie verfolgt selbst keinen Zweck außer dem, die Basis des Denkens zu bilden.
Kritik an Deutsch-Kenntnissen
Klien geht in den gut zehn Minuten, die er sich in seiner Sendung mit dem Thema Latein befasst, aber auch auf andere Probleme des Bildungswesens ein. „Mehr als die Hälfte der Schulanfänger kann nicht ausreichend Deutsch. Wenn der Bildungsminister so weitermacht, ist Deutsch bald die nächste tote Sprache.“