„Gut, aber aus“, so die breite Reaktion im Dezember in Kärnten gegenüber Personen, die sich eine Gürtelrose-Impfung sichern wollten. Ab November des Vorjahres ist diese in Österreich eigentlich gratis, eine großangelegte Impf-Kampagne folgte - in Kärnten konnten viele Interessenten jedoch damals noch nicht geimpft werden, wurden auf das neue Jahr und die entsprechend neue Lieferung vertröstet.

Und nun? Das große Aufatmen blieb bisher aus. Gürtelrose-Impfdosen, die in weiterer Folge geliefert wurden, sind zu großen Teilen ebenfalls aufgebracht, heißt es vonseiten der Kärntner Ärztekammer. Den Engpass bestätigt das Gesundheitsministerium auf Anfrage: „Derzeit können im Impf-Shop keine weiteren Dosen bestellt werden, weil die bisherigen Kontingente nahezu ausgeschöpft sind.“

Zu hoher Bedarf, zu wenig Impfdosen

Das bestätigt auch Martin Rupitz, Kinder- und Jugendfacharzt in Althofen und Impfreferent der Kärntner Ärztekammer: „Aktuell haben unsere Ärzte einfach zu wenig Impfdosen. Der Bedarf ist da, die Leute wollen geimpft werden. Wir können dem aber im Moment flächendeckend nicht gerecht werden.“ Es sei ein sehr positives Zeichen, dass die Gürtelrose-Impfung so gut angenommen werde, sie sei auch „wirklich sinnvoll und gut“, aber der Bedarf könne aktuell vom Bund unmöglich gedeckt werden.

Martin Rupitz: „Der Bedarf ist da, die Leute wollen geimpft werden. Wir können dem aber im Moment flächendeckend nicht gerecht werden.“ 
Martin Rupitz: „Der Bedarf ist da, die Leute wollen geimpft werden. Wir können dem aber im Moment flächendeckend nicht gerecht werden.“  © Privat

Man habe in den vergangenen Wochen den Impfstoff verimpft, der zuvor vom Bund angekauft wurde. „Nachdem es aber nur eine einzige Firma gibt, die diesen Impfstoff produziert, sind anscheinend auch dem Ministerium die Hände gebunden“, erklärt Rupitz, der mit der nächsten Lieferung nach Kärnten im Mai rechnet. Auf diese müssten Interessenten nun warten. Aus dem Gesundheitsministerium heißt es, dass die nächste größere Lieferung spätestens Anfang Mai bereitgestellt werde.

Ein Grund dafür, dass momentan zu wenig Impfstoff vorhanden wäre, sei auch eine offenkundige Fehlberechnung. „Es wurde eine Impfrate von 5 bis 10 Prozent in der Altersgruppe ab 60 Jahren angenommen, anscheinend ist sie aber deutlich höher“, sagt der Impfreferent.

Keine Eile mit Auffrischung

Eine positive Nachricht hat Martin Rupitz jedoch zumindest für jene, die bereits die erste Gürtelrose-Impfung erhalten haben: „Die zweite Impfung läuft nicht davon, da muss sich niemand Sorgen machen.“ Er ortet nämlich eine erhöhte Unsicherheit in dieser Gruppe. Viele hätten Angst, dass die erste Impfung verfällt und sie bei zu später Auffrischung erneut beide Impfungen benötigen würden. „Das ist aber nicht der Fall, sie kann auch wenige Monate später erfolgen.“