Es klingt eigentlich romantisch: Ein Urlaubspärchen aus der Region Alessandria im Piemont gönnte sich vor rund einer Woche am idyllischen Lago Maggiore in Norditalien einen Ausflug auf eine Insel im See - und wurde dabei anscheinend hinter einem Busch von den eigenen Gefühlen übermannt.
Polizei filmte den Akt mit
Was die beiden 40-Jährigen dabei nicht bedacht haben: Andere See-Besucher freuten sich weniger über das Schauspiel, das vom Wasser aus gut zu beobachten war. Bald kamen weitere Zuschauer hinzu – und zwar die Polizei. Die Carabinieri rückten mit dem Boot an, filmten das Liebesspiel laut italienischen Medien zur Beweissicherung zuerst und schritten schließlich ein.
Regel bei zu viel Alkohol in Italien
Angeblich versuchte das Pärchen noch, sich das Gewand anzuziehen und zu fliehen –jedoch vergebens. Ihr Urlaubsabenteuer dürften die beiden nicht so schnell vergessen: Denn als Strafe bekamen sie laut der italienischen Zeitung „La Stampa“ jeweils 10.000 Euro wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses aufgebrummt.
Angabe von „triftigen Gründen“?
Wird die Strafe nicht binnen 60 Tagen bezahlt, könnten die italienischen Behörden bis zu 30.000 Euro verlangen, pro Person. Die einzige Möglichkeit, der Strafe zu entgehen, ist eine Berufung mit der Angabe von „triftigen Gründen“ – diese würde die Polizei liebend gerne lesen.
Spannend: Erregung öffentlichen Ärgernisses wird in Italien seit 2016 nicht mehr strafrechtlich verfolgt - zumindest, sofern die Handlung nicht in der Nähe von Schulen oder anderen Orten erfolgt, die regelmäßig von Minderjährigen besucht werden. Ist dies nicht der Fall, handelt es sich in Italien um eine (äußerst teure) Ordnungswidrigkeit.
Mehrere Fälle auch in Kärnten
Und in Österreich? Hierzulande ist es strafbar, in der Öffentlichkeit sexuellen Handlungen nachzugehen, wenn dadurch ein öffentliches Ärgernis erregt wird. Die Strafe reicht von Geldstrafen bis zu sechs Monaten Freiheitsstrafe. Ganz so ernst nehmen wollte das etwa ein Pärchen im Juni 2022, das im Bereich der Nockberge in rund 2000 Meter Seehöhe vergnügte - und dabei nicht bemerkte, dass eine Webcam das Ganze nicht nur mit gefilmt hat, sondern man dem Liebesspiel auch im Internet folgen konnte.
Die beiden Personen konnten aufgrund mangelnder Qualität der Aufnahmen nicht identifiziert werden - anders, als wenige Wochen später. Damals verstanden ein Mann und eine Frau die Bezeichnung des „öffentlichen Verkehrs“ wohl etwas falsch: Sie hatten Geschlechtsverkehr in einem City-Jet, der zwischen Klagenfurt und Kühnsdorf fuhr – in Anwesenheit von 20 Passagieren. Sie wurden ebenso angezeigt, wie ein Pärchen im Jahr 2021, das sich in betrunkenem Zustand auf einer Bank im Klagenfurter Schillerpark vergnügte.