Wenn der Frühling ins Land zieht, beginnt die Wandersaison. Wenn es im Tal mit einem Schlag über 20 Grad hat, darf man die Bergwelt nicht mit einem Ausflug nach Grado verwechseln. Und die Berge boomen wie nie zuvor, das sieht man allein schon an den enorm steigenden Mitgliederzahlen des Österreichischen Alpenvereins: 726.000 Mitglieder (60.000 in Kärnten, 108.000 in Tirol) zählt der alpine Verein, 16.000 mehr als im Jahr zuvor. In den nächsten Wochen werden auch viele Bergbahnen ihren Betrieb aufnehmen, am Weißensee ist der Sessellift auf die Naggleralm bereits in die Saison gestartet (der Bereich rund um die Alm ist aktuell allerdings schneefrei). Damit Sie das Bergabenteuer aber richtig genießen können, geben wir Ihnen fünf Tipps mit auf den Weg.
Achtung bei Altschneefeldern
25 Grad Celsius im Tal. Aber Achtung: Altschneefelder bleiben noch bis weit in den Sommer hinein ein Problem, vor allem in höheren Lagen (mancherorts schmelzen sie gar nicht). „Altschneefelder bedeuten generell eine Absturzgefahr“, sagt Jan Salcher, Geschäftsführer des Alpenvereins Kärnten. Was muss man tun? „Das Altschneefeld anschauen und beurteilen wie steil es ist. Wenn es pickelhart ist, braucht man Grödel oder Snowspikes.“ Stöcke sind auch eine gute Hilfe. Bevor man das Altschneefeld quert, muss man prüfen, ob es darunter in den Abgrund geht. Sind keine Steigspuren im Schnee, muss man diese treten, vielleicht sogar hacken (mit Pickel). Ist ein Schneefeld steilt und ohne Trittspuren, empfiehlt sich ein Umgehen oder Umdrehen. Am besten auch mit Überzugshose und Handschuhen queren: Das schützt nicht nur vor Kälte, sondern auch vor Schürfwunden im Fall eines Sturzes. „Nicht mit den Turnschuhen in die Berge gehen“, fügt Klaus Bayer, Landesgeschäftsführer der Naturfreunde Kärnten hinzu.
Immer genug Kleidung mitnehmen
Gehen Sie nicht nur mit kurzen Hosen und T-Shirt ins Gebirge. Man sollte immer genügend Kleidung im Rucksack haben (eine Jacke für alle Fälle, eine lange Hose, wenn man schon mit kurzen Hosen wandern muss und eine weitere wärmende Schicht für oben). „Immer im Zwiebelprinzip anziehen“, sagt Salcher. Das heißt: Man trägt mehrere Schichten.
Immer auf das Wetter achten
Salcher weiß: „Ein typischer Fehler ist es, dass man in der Übergangszeit das wechselhafte Wetter und die Temperaturschwankungen unterschätzt.“ Sobald es bewölkt ist und Wind auffrischt kann es kalt werden. Vielleicht nicht unbedingt auf 1200 Meter Seehöhe, aber auf 2000 Meter und höher ganz bestimmt. Frühling im Tal heißt nicht, dass es auch Frühling ist, wenn man mit der Gondelbahn auf 2000 Meter Seehöhe aussteigt. Im Vorfeld einer Tour muss man das Wetter checken: Wie viel Grad sind zu erwarten? Kommen Regen, Schnee, Gewitter. Tourenplanung ist das A & O einer jeden Tour.
Achten Sie auf Ihre Kondition
Zur Tourenplanung gehört auch, dass man lernt sich selbst einzuschätzen. „Man sollte eine Tour im Frühling immer mit dem Gedanken planen, dass ein Winter dazwischen war“, weiß Klaus Bayer. Und meint damit auch die Kondition. Wer im Winter nicht auf Skitouren oder generell in den Bergen war, sollte es langsam angehen lassen. Bei den ersten Touren plant man weniger Höhenmeter ein, als man im letzten Herbst geschafft hat. Ist man mit Kindern unterwegs, wählt man am Anfang nur geringe Anstiege. Ein guter Tipp ist auch: Mit der Gondel rauf und zu Fuß wieder runter, das ist leichter – belastet aber natürlich auch die Knie.
Denken Sie an Essen und Trinken
Geht man im Frühjahr in die Berge, haben die meisten Hütten noch geschlossen. Daher: Immer genug Flüssigkeit (kein Alkohol) und etwas zu essen in den Rucksack packen.